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Autor Nachricht
rabox
(Standard)

Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich bin ganz neu hier und habe einige Fragen. Zunächst aber ein wenig über mich:

Ich bin Webdesigner/ Programmierer (Hehe, typisch, oder?) und bin vermutlich/ vielleicht ein bisschen autistisch. Ich habe vermutlich auch ein bisschen AD(H)S, bin hypersensibel etc. Aber welche "Störung" ich habe, das ist nicht das Hauptthema dieses Posts. Ich bin nicht gerade der Durchschnitt, dass ist mir klar, ich mag nicht zu einem Psychiater gehen und mir irgendeinen Zettel verpassen lassen, Ich will ja nicht berentet werden und was wäre ansonsten der Nutzen, wenn man mich in eine der gängigen "Schubladen für Freaks" steckt? Zudem werte ich Ritalin nicht als AD(H)S-Medikament sondern als gefährliche Droge, also habe ich auch keinen Bedarf an Medikamention. Ich merke einfach, dass ich jemand bin, der mit der Mainstream-Gesellschaft nichts anfangen kann und auf diese Leute "etwas wunderlich" wirkt.

Im täglichen Leben falle ich aber nicht besonders auf, denn als Webdesigner hab ich ja nur mit Computern zu tun. Ausserdem sind alle meine Qualitäten, die ich oben erwähnt habe ja noch im grünen Bereich und ich habe gelernt mich anzupassen.

Beruflich tue ich mir ein bisschen schwer. Ich mag zwar meinen Job zu 100%, aber die Kommunikation mit den Kunden klappt oft nicht so dolle. Ich hab auch ein Problem mit den üblichen Werbemassnahmen, die einem so vorgeschlagen werden. Allen voran die derzeit üblichste Werbeformen: Content Marketing und Akquise über Social Media. Was da alles an oberflächlichem Zeug abgesondert wird und in welcher Geschwindigkeit auf Facebook digitaler Müll produziert wird, da kann ich nicht mit. Ich frag mich da immer, wer hier eigentlich die Freaks sind. Die Leute wie ich, die nicht ganz 100% "normal" sind oder die breite Masse der Mainstreamer, die oberflächlich, und dumm belangloses Zeug quatschen.

Jetzt meine Fragen, bzw. zu meinem Fragenkomplex:
Ich habe in der letzten Zeit ein paar Autismus-Blogs gelesen und finde das sehr spannend, was dort geschrieben wird. Endlich mal echte Inhalte und nicht nur BlaBla! Dann hatte ich eine Idee: Ich würde gerne für solche Menschen arbeiten. Nicht nur für Autisten, ich würde mein Arbeitsgebiet gerne auf mehrere Gruppen erweitern, die am Rande der Gesellschaft stehen. Also: Autisten, ADSler, HSP (Hochsensible Personen)... Der Kreis der potetentiellen Themen ist durchaus noch erweiterbar.

Das Problem dabei: Ein typischer Autist oder ein ADSler braucht meine Arbeit nicht. Wer einen Autismus-Blog machen möchte, nimmt sich einfach eine Domain, installiert Wordpress und ein Gratisstheme. Dann bleiben als zahlende Kunden nur noch Ärzte und Organisationen. Von denen aber auch nicht alle, denn ein Arzt, der einem ADSler Ritalin verschreibt, ist für mich kein Arzt, sondern ein Drogendealer. Der Kreis an potentiellen Kunden ist also sehr gering. Würdet ihr ein solches Projekt trotzdem als möglich erachten?

Mich würde eure Einschätzung hier im Forum freuen!
Danke
Raphael
06.12.17, 18:10:42
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Antares
(White Unicorn)

Nachdem ich zumindest fast ausschließlich ehrenamtlich tätig bin und bei den Projekten derzeit für Technik auch alles im Ehrenamt läuft kann ich Dir sagen, dass Du als Webdesigner / Programmierer bestimmt gebraucht wirst - ich könnte Dir aber keinen Knopf Geld dafür geben ^^

Ich kenne bisher auch keine Organisation, die sie in der ARM bewegt und großartig Geld hat für die Technik. Dementsprechend sehen in der Regel die Websites, Werbeaktionen etc aus.
06.12.17, 20:51:26
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Kaleidoskop
(in einer Seifenblase zwischen den Welten (DIS & AS & ...)

Hi Raphael,
Ich hätte eine Idee, die hat aber wenig mit Homepages o. Ä. zu tun.

Wo und wie fange ich jetzt an?
Also. Es gibt ja diverse UK Programme, z. M. MetaTalkDE. Das ist ja ganz nett, wenn ich von Angesicht zu Angesicht kommuniziere, aber was ist mit Messengern? Die Emojis für Whatsapp & Co. sind ja ganz nett aber nicht eindeutig verständlich

Ich weiß nicht, wievielte Autisten mit Piktogrammen bzw. MetaTalkDE FREIWILLIG mit ihrer Umwelt kommunizieren. Dabei wird sich ja auf die Sprachausgabe zum Piktogramm, unter den auch das Wort steht, verlassen.

Ich selbst habe u. a. eine DIS (Dissoziative Identitätsstörung), d.h. „Ich“ bestehe aus mehreren Persönlichkeiten jeweils mit eigenem Älter, Geschlecht etc. (bitte nicht mit Schizophrenie verwechseln, das ist etwas ganz anderes)+!).
Es gibt bei mit Kinder, die sprechen können, aber nicht über Messenger kommunizieren können, obwohl sie gern fernkommunikation nutzen würden. Es gibt auch Kinder die weder lesen, noch schreiben, noch sprechen können, sich aber auch mitteilen möchten. Hierzu zählt in meinem Persönlickeitssystem ein autistisches Kleinkind (sie kommuniziert freiwillig über MetaTalkDE, weil sie nicht mehr hilflos und ausgeliefert sein möchte).

Wenn es nun eine App für IOS und Android gäbe, die mit MetaTalkDE–Symbolen und wie MetaTalkDE funktioniert, also Sender und Empfnger die Nachricht vorliest, wäre das genial.

Ich weiß, das ist evtl. egoistisch gedacht, aber mein System und ggf. Mein Mann wären froh, wenn es sowas gäbe, da es in der Traumastation schon öfter zu Sprach und Leseverlust kam – und nun ist halt noch eine von mehreren kleinen Autistinnen ohne Sprache über eigene Worte da, da wäre sowas echt hilfreich.
Evtl. Kannst du für die App einen kleinen Obulus erheben, aber auch hier wird es so sein, dass die Abnehmer eher wenig Geld haben.

LG
Kaleidoskop
08.12.17, 19:25:55
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rabox
(Standard)

Hi antares,
danke für die Infos! Wovon lebst du, wenn du größtenteils ehrenamtlich arbeitest? Ich muss leider Geld verdienen, sonst hab ich Probleme.

Ich hab mir das so vorgestellt, dass ich ehrenamtlich arbeite und die ehrenamtliche Tätigkeit mir die Türe für bezahlte Jobs öffnet. Ich habe mich inzwischen im Autistenbereich (Webseiten) umgesehen. Da scheints tatsächlich nicht viel bezahlte Jobs zu geben. Bzw. Menschen, die Geld für einen Designer ausgeben würden. Ich verstehe das vollkommen. Nur wie gesagt: Ich muss ja auch die Miete irgendwie zusammenkratzen.

Meine Überlegung geht wohl nicht auf.

Danke trotzdem. zwinkern
Raphael

Hi Kaleidoskop,
sowas mache ich leider nicht. Ich gestalte oder programmiere ausschließlich Webseiten. Für deine Idee habe ich nicht das nötige technische Wissen, insofern muss ich gar nicht sehr viel nachdenken, ob mir der Gedanke zusagt.
Sorry!
Raphael
11.12.17, 21:35:02
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Antares
(White Unicorn)

Als guter Programmierer hast Du Tür und Tor offen, so meine Info. Ich schicke Dir mal eben eine Kontaktadresse. Wir haben ja ITler bei uns im Verein, die können Dir bestimmt besser helfen wie ich bei Jobfragen für Autisten, was da gut ist. Ist nicht mein Bereich.
12.12.17, 08:43:38
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Kaleidoskop
(in einer Seifenblase zwischen den Welten (DIS & AS & ...)

Du musst dich nicht entschuldigen. Ich ging schon davon aus, dass Webdesign ind Webprogramme wenig mit Apps gemeinsam haben, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. ☺️ Vielleicht sollte ich mal lernen, wie man Apps erstellt, es sei denn, es ist so vielseitig und „kompliziert“, wie der IT– Bereich... 😉🤔
12.12.17, 19:55:50
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rabox
(Standard)

geändert von: rabox - 13.12.17, 01:00:33

Hallo Kaleidoskop,
ohne was von Apps zu verstehen, glaube ich doch sagen zu können dass sie wahrscheinlich so leicht oder schwer sind, wie der Rest der IT. zwinkern

Eine andere Sache: Ich habe mir in meinem eigenen Blog etwas Gedanken zum Thema Autismus gemacht. https://www.raphael-bolius.com/webdesignblog/stranger-than-paradise/ Vielleicht interessiert jemanden. Ich freue mich jedenfalls über Kpmmentare im Artikel.

Viele Grüße
Raphael
13.12.17, 00:58:57
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Antares
(White Unicorn)

geändert von: Antares - 13.12.17, 08:35:50

Ich finde es immer schon schwierig, wenn nun jeder Autist, nur weil er Autist ist einen Blog über Autismus schreibt, in dem aus allem Autismus gemacht wird - ob es nun etwas damit zu tun hat oder nicht spielt bei den Autoren oft keine Rolle. Was ich damit nicht meine sind private Berichte von Autisten, in denen nicht jedes Problem im Leben darauf abgewälzt wird, dass es sich bei den Autoren um Autisten handelt. Wenn nun Menschen mit Problemen im Leben, die nicht einmal wissen was Autismus überhaupt wirklich ist und somit auch nicht wissen, ob sie selbst Autisten sind Artikel in so einer Weise schreiben halte ich das für sehr ungünstig.

Mir ist sowas hier lieber:

http://neurocosmopolitanism.com/what-is-autism/

Letztendlich gehört Dein Blog nun zu den dort erwähnten unzähligen Seiten, wo die Autoren eben genau das tun wozu Leute wie Nick Walker einmal diesen Blogartikel verfassten. Es werden auch Diagnosen von Dir durcheinandergewürfelt (ADHS, ASS - oder doch nur HSP) ohne auch nur im Ansatz zu wissen, ob Deine persönlichen Probleme auch wirklich daran liegen, weil Du evtl Autist sein könntest... und warum dann die Probleme auch wirklich damit zusammenhängen sollten, dass dem so wäre.

Aber unbedingt so darstellen, als wäre das so - in einem Atemzug mit der Aussage, dass das alles auch ganz anders sein könnte, weil Du es nicht weißt, ob das nun so ist. Wenn Du kein Autist bist und überhaupt keine Ahnung hast, wie es sich als Autist gut lebt, was Du ebenfalls bekannt gibst... frage ich mich wozu Du nun ausgerechnet der ganzen Welt diesen Artikel präsentieren musst in dem die Kernaussage ist:

- ich habe keine Ahnung von Autismus
- ich habe keine Ahnung davon wie Autisten auf der Welt gut leben
- ich weiß nicht einmal ob ich selbst überhaupt etwas mit dem Thema zu tun habe und Autist bin

-> aber ich schreibe jetzt einen Artikel für die ganze Welt darüber
13.12.17, 08:16:28
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rabox
(Standard)

Hallo antares,
nö, geb dir in einigen Punkten jetzt mal nicht recht. aber es ist trotzdem interessant, was du schreibst. Ich diskutiere das gerne mit dir.

Zunächst mal, will ich was relativieren: Ich teile das nicht der ganzen Welt mit. Das meinen die Leute oft, wenn sie einen Blog sehen, dass den "die ganze Welt" liest, nur weils technisch möglich ist. De facto liest meinen Blog kaum wer und die meisten Besucher springen rein, picken sich eine Info über Suchmaschinen oder anderen Techkram und sind wieder draussen.

Gerade weil ich natürlich Bedenken habe, und du ja ganz gezielt auf meine Bedenken eingehst, habe ich ja den Link hier eingestellt. Also danke für deinen Kommentar. Ich werde die von dir verlinkten Seiten dann später noch ansehen, das ist sicher interessant.

Ich antworte jetzt mal zu deinen Argumenten:
Also grundsätzlich weiss ich mal was HSP, ADHS etc. sind, das will ich schon klarstellen. (Entsteht der Eindruck ich wüsste es nicht?)

Weiters ist es so, dass ich insgesamt an die 10 Jahre verschiedenster Therapieformen hinter mir habe, bei denen ich viele Probleme in meinem Leben lösen konnte, aber es ist ein bestimmter Rest, eine Grundstruktur geblieben, an die ich nie herankam. Warum die Therapeuten übrigens nicht auf ADHS bzw. Asperger kamen, kann ich vom heutigen Standpunkt aus schon nachvollziehen, das würde hier aber den Rahmen sprechen.)
Über die Therapien schreibe ich in dem Artikel nicht, das liegt u. A, auch daran, dass ich ja in einem Artikel nicht alles schreiben kann, was zu einem Thema nur denkbar ist. Lassn wir das jetzt mal weg. Trotzdem habe ich von "inneren Themen" wahrscheinlich doch ein wenig mehr Ahnung als der Durchschnitt.

Was ich allerdings nicht habe, das sind Diagnosen für ADHS und Asperger. Das ist richtig. Mein Problem dabei ist, dass ich einfach satt habe von Arzt zu Arzt zu rennen und mir irgendwas anzuhören, was mir im Grunde nicht wirklich weiterhilft. Fakt ist, dass ich im Leben vor Problemen stehe, die andere nicht kennen. Und die Probleme schienen lange Zeit nicht lösbar. Nachdem ich dann vor Jahren über ADHS gelesen hatte, viel es mir wie Schuppen von den Augen: DAS BESCHREIBT DICH.

Der nächste Schritt war dann, dass ich vor ca. einem halben Jahr jemanden mit offizieller Asperger-Diagnose kennen gelernt habe. (Der Freund, der uns bekannt machte, meinte noch, dass er mir ziemlich ähnlich wäre.) Wir haben viel über Asperger gesprochen und ich habe begonnen zu lesen und es ging mit wieder so wie vor Jahren mit ADHS: Die absolute Klarheit, dass ich da auf ein Thema gestossen bin, das mit mir zu tun hat.

Der Status quo (und hier stimmen wir sicherlich überein (bzw. wirst du keine Einwände haben) ist also folgender:
- Ich habe ein Leben, von dem mir nicht ganz klar ist, wieso manche Dinge so ganz anders laufen als bei anderen Menschen.
- Ich würde gerne damit besser umgehen können.
- Die Informationen, die ich über ADHS und Asperger erhalten habe, waren für mich wie der Jackpot im Lotto. Endlich konnte ich was mit den unklaren Themen anfangen und mir z. B. ein Buch dazu kaufen oder in einem Forum darüber schreiben.


Die Frage ist, wie ich damit umgehe. Und hier könnten wir anderer Meinung sein, bzw. lasse ich mich gerne beraten. In meinen Augen ist es nicht wichtig, dass ich zu einem Psychiater gehe um die selbstgessellten Diagnosen abzuklären. Ich fühle mich gut so und ich bin echt happy, dass meine "Besonderheiten" endlich irgendwo reinpassen. Würdest du anders reagieren, wenn ich ein offizielles Papier hätte? Das würde mich wirklich interessieren.

Was den Blogartikel betrifft: Ich kann den Beitrag auch löschen, wenn sich hier in weiterer Diskussion rausstellt, dass er einfach nur schlecht ist.

Danke für antworten!
Raphael



13.12.17, 09:45:30
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Antares
(White Unicorn)

geändert von: Antares - 13.12.17, 11:01:34

Es ist natürlich die eine Seite im Leben: man stellt fest, eventuell könnte man Autist sein. Das ist ja so weit auch alles richtig und es braucht dafür auch keine Diagnose. Für einen Selbst, privat.

Wenn man nun allerdings anfängt öffentlich zu schreiben, auch wenn es nicht die ganze Welt liest, da hast Du bestimmt recht, so wird es schwieriger. Die Frage ist natürlich auch warum schreibt man eigentlich einen Artikel, wenn man noch auf der Suche ist?

Ich zumindest bin der Ansicht, dass es immer eine Sache eines jeden für sich ist, wenn er über sein privates Leben schreibt. Auch ich habe einen Blog. Eine andere Sache ist es einen Artikel über Autismus zu schreiben, in dem man öffentlich versucht für sich selbst heraus zu finden, ob man nun Autist sein könnte oder nicht, in einem Atemzug mit allgemeinen Aussagen über Autisten und Autismus, wovon aber gar keine Ahnung herrscht.

Wenn man noch nicht einmal den Punkt erreicht hat zu wissen, was Autisten ausmacht und somit auch nicht erkennen kann, ob man Autist ist oder nicht... es also eventuell vermutet, weil es vielleicht, wenn man mehr wüsste was das eigentlich ist für sich herausfinden kann, dass man Autist ist... und dann trotzdem allgemein über Autismus und Autisten schreibt, dann ist es eben aus meiner Sicht mehr wie ein privater Blogartikel.

Dann geht man in die Öffentlichkeit als Autor... und hier ist eben der Punkt an dem ich selbst zumindest finde, das als Autor in die Öffentlichkeit gehen, über Autismus zu schreiben sollte man sich gut überlegen - wenn es eben um rein private Themen hinaus geht, wie in Deinem Artikel.

Ich selbst finde ihn somit einfach nur schlecht, weil er pauschalisiert und z.B. auch ausdrückt wie neg. das Leben als Asperger Autist ist, obwohl Du mit dem Begriff vermutlich nicht einmal etwas anfangen kannst. Wobei ich eben auch weiß, dass es das so in dem Sinne nicht gibt, Kanner und Asperger und im ICD11 auch öffentlich klar wird, anhand der neuen Diagnosekriterien dann, dass diese Unterteilung schlicht so nicht machbar war. Asperger und Kanner haben Autisten beobachtet, die sich in manchen Punkten unterschieden haben, mehr nicht. Es waren Autisten - so heißt das Ding dann: Autismus-Spektrum.

Weil nicht einmal die Wissenschaftler hier weiter sind wie Theorien zu schwingen, nichts ist gewiss und die Darstellung als wäre da irgendwas gewiss ist selbst für Autisten wie Nick Walker nicht klar, die sich schon sehr lange in dem Metier bewegen.

Mir wäre es hierfür auch völlig egal, ob Du ein offizielles Papier hättest - wenn Dein Kenntnisstand sich nicht erweitern würde dabei. Ich finde einfach Artikel die von Autisten geschrieben werden, die überhaupt nichts wissen schwierig, wenn sie über eben privat Erlebtes hinaus gehen, z.B. wenn sie erklären wollen, was Autismus wäre, wie das Ansätze in Deinem Artikel tun:

- Du hast vielleicht Asperger

finde ich schwierig. Du hast die Krankheit oder was? ^^ Das ist Pressejargon, ja ich weiß. Vermutlich wird jeder Reporter Juhu, er hat es gesagt, der hat Asperger-Autismus geschrieben!!! endlich die Asperger-Autisten sagen es selbst - sie sind krank, hier steht es und es gibt Asperger als eigenständige Krankheit (überspitzt dargestellt).

Ob Du dann überhaupt Autist bist oder nicht, dass es die Unterteilung Asperger/Kanner schon gar nicht mehr gibt im Fachlichen auf Dauer, dass Du keine Ahnung hast interessiert niemanden mehr, wenn solche Infos von und über Autisten aus dem Netz gefischt werden.
13.12.17, 10:00:30
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rabox
(Standard)

Hi Antares,
ich muss dir in gewisser Weise recht geben, da war/ ist einiges an Unschärfe in dem Blogbeitrag. Und vielleicht auch nicht richtig formuliert. Ich wollte eigentlich sagen, dass das "Problem" nicht das ist, dass manche Leute Asperger haben oder ADHS oder HSP sind oder weiss der Kuckuck was es alles für Schubladen gibt. Das Problem ist, dass es eine vorherrschende Meinung gibt, wie "man" zu sein hat. Wer "nicht so ist" ist "nicht normal". Wobei dann - wenn man die herkömmliche Meinung über Normalität genauer ansieht, so eine Art Witzfigut (ähnlich Barbie und Kent oder James Bond) rauskommt. Und wenn Einstein "nicht normal ist" dann ist er ein Genie und dann ist es toll.

Die Maisstreammeinung ist also ein Sammelsurium von unreflektierten Klischees.

Ich fühle mich mit meinem Asperger und meinem ADHS übrigens nicht schlecht, seitdem ich das zuordnen kann. Ich muss nur aufpassen, wenn ich mit anderen kommuniziere, dass wir zu einem Ergebnis kommen.

@ Blogartikel:
Ich muss mir das noch genauer überlegen, wie ich mit Blogartikeln umgehe, da ist die Diskussion sehr hilfreich. Fakt ist, dass ich mich viel wohler fühle, seitdem ich erkannt habe, dass ich Asperger bzw. ADHS habe. Richtig ist aber auch, dass ich kein wirkliches Wissen über die Themen habe und die Vermengung von Halbwissen mit privatem nicht so dolle ist.

Ich setzt den Blogartikel mal auf passwortgeschützt und schreibe hier das Passwort rein: 1234 Damit ist er zwar für die weitere Diskussion sichtbar, aber nicht öffentlich.

Was ist denn dein Blog? Würde mich interessieren, mal dort reinzulesen.

Viele Grüße
Raphael
13.12.17, 11:14:15
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Antares
(White Unicorn)

So wie Du es hier schreibst liest es sich gleich viel angenehmer, persönlicher, es hört sich mehr nach Dir an:

" Ich wollte eigentlich sagen, dass das "Problem" nicht das ist, dass manche Leute Asperger haben oder ADHS oder HSP sind oder weiss der Kuckuck was es alles für Schubladen gibt. Das Problem ist, dass es eine vorherrschende Meinung gibt, wie "man" zu sein hat. Wer "nicht so ist" ist "nicht normal". Wobei dann - wenn man die herkömmliche Meinung über Normalität genauer ansieht, so eine Art Witzfigut (ähnlich Barbie und Kent oder James Bond) rauskommt."

Mein Blog ist mein privater Blog, der nichts mit Autismus zu tun hat: http://www.white-unicorn.de/index.php?mod=blog
13.12.17, 11:16:37
Link
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