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Autor Nachricht
feder
(Autistenbereich)

Zitat:
Hört man sich unter Freunden und Bekannten um, zeigt sich, dass erstaunlich viele von ihnen Erfahrung mit den Tabletten haben. Ihre Geschichten handeln immer von großen Gefühlen: Trauer, Tragik, Triumph.

Ein Freund kann vor Prüfungen nicht schlafen, weil er immer so nervös ist. Am Abend vor seinem Staatsexamen nahm er eine Tavor, schlief mühelos ein und ging ohne Angst zur Prüfung. Das Medikament klang in den Morgenstunden ab, er legte ein brillantes mündliches Examen hin. [...]

Meine Nachbarin, fast 80, erwähnte die Tabletten ab und zu. Wenn sie die Tür aufmacht, ist es jedes Mal eine Überraschung, in welcher Stimmung sie ist. Mal grinst sie mich scheinbar grundlos an. Mal wird sie wütend, weil ich ihre Mineralwasserflaschen am falschen Ort abgestellt habe. Wahrscheinlich hat sie wie viele Ältere eine sogenannte Low-Dose-Addiction und wird von Tavor nicht wieder runterkommen.

Laut einer Umfrage des Münchner Instituts für Therapieforschung haben über sechs Prozent der 20bis 30-Jährigen in den vergangenen zwölf Monaten ein Beruhigungsmittel genommen. Das heißt, sie werden von jungen Erwachsenen viermal so häufig konsumiert wie Ecstasy oder Kokain. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, vermutet der Suchtforscher Uwe Verthein von der Uni Hamburg. Während wir über Partydrogen offen und gerne reden, ist Tavor ein Tabu. Erzählungen von Drogennächten passen ins Genre der Abenteuergeschichte, Tranquilizer hingegen schluckt man alleine und im Stillen.


Quelle
28.09.17, 17:28:44
Link
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Tja.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
29.09.17, 11:51:34
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