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Autor Nachricht
Wursthans
(stillgelegt)

Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
_OO_
24/05/2006 10:53

Als ich diesen AQ-Test zum ersten Mal durchführen wollte kam ich nicht über die ersten vier Fragen hinaus und gab dann für einen Tag auf. Nach meinem Eindruck sind die Fragen zumindest in dieser Übersetzung des wissenschaftlich abgesicherten Screeningtests derartig unklar formuliert, daß es in vielen Fällen unmöglich ist eindeutige Bewertungen abzugeben. Daß dieser Test als Screening für Autismus verwendet wird halte ich für aus fachlichen Gründen für untragbar und wenig von der Kompetenz der untersuchenden Personen sprechend, di diesen Test einsetzen. Da ich nun erfahren habe, daß es nicht nur mir mit diesem Fragenkatalog derartig erging möchte ich nun umfassende Kritik üben, damit die "Fachkräfte" im Bereich Autismus wenigstens ein brauchbareres erstes Instrument in die Hand bekommen, wenn sie schon offensichtlich keine ernsthafte Ahnung von Innenleben eines Autisten haben.

Fallen euch weitere Kritikpunkte ein oder habt ihr Kritik an meiner Kritik?

1. Ich unternehme Dinge lieber gemeinsam mit anderen statt alleine.

Mögliche Verständnisvarianten:
- Unternehme ich gerne Dinge in Anwesenheit anderer Personen?
- Unternehme ich gerne Dinge in Kooperation mit anderen Personen?
- Um welche Dinge handelt es sich in diesem Fall? Wie könnte es mir möglich sein eine derart pauschale Frage zu beantworten, wenn ich bei gemeinsamem Interesse durchaus gemeinsam Dinge unternehme um mich auszutauschen und etwas zu lernen?

2. Ich tue Dinge vorzugsweise immer auf die gleiche Art.

Diese Frage habe ich nicht zu beanstanden, sie erscheint mir klar formuliert besonders durch das Wort "vorzugsweise".

3. Wenn ich versuche, mir etwas bestimmtes vorzustellen, fällt es mir leicht, mir davon auch eine gedankliche Vorstellung, ein Bild zu machen.

- Ist hier ein visuelles Bild gemeint? Oder vielleicht ein akkusisches - oder ein Geruchsbild? Welche Art Bild unabhängig vom gemeinten Einzelsinn soll ich auf diese Frage beziehen?
- Was bedeutet der Passus "Wenn ich mir versuche etwas vorzustellen"?
- Ich versuche mir etwas vorzustellen, weil es eine äußere Anforderung an mich ist dies zu tun.
- Ich stelle mir etwas vor, was mich interessiert. In diesem Fall wäre die Formulierung mit "versuche" sehr unglücklich, denn was ich tun will "versuche" ich nicht, es sei denn es bereitet mir Probleme. Dies würde aber eine widersprüchliche Akzentuierung zur übrigen Formulierung darstellen.

4. Es passiert mir oft, daß mich bestimmte Dinge so gefangennehmen, daß ich darüber andere Dinge aus den Augen verliere.

- Passiert das nicht jedem Menschen mal? Welche quanititative Ausprägung soll ich bei der Bewertung anlegen? Wie soll ich wissen ob mein Empfinden relativ "oft" zu dem anderer Personen in dieser Hinsicht abweicht? Ist zudem die Beziehung der Bezeichnung "oft" auf eine zusätzlich noch vierstufige Bewertungsskala nicht bereits an sich irreführend und unklar?

5. Ich nehme oft kleine Geräusche wahr, wo andere das nicht tun.

- Wieder die Frage was "oft" bedeutet. Woher weiß ich ob andere Leute nicht kleine Geräusche wahrnehmen, die ich nicht wahrnehme? Dies wäre mit entscheidend für die Frage nach der Erfüllung des Begiffes "oft".

6. Dinge wie PKW-Kennzeichen, Zeichenketten oder dergleichen erwecken öfters meine Aufmerksamkeit.

- "öfters" s.o. Ableitung ist einfach.

7. Andere Leute sagen mir öfters, daß das, was ich sagte, unhöflich sei, obwohl ich dies nicht vermutet hätte.

- Kann ich das bestätigen, wenn mir oft gesagt wird ich wäre arrgoant, unhöflich, etc.? Es würde die Frage nach Kritik anderer an dem was ich sagte formal nicht erfüllen.
- "öfters" s.o.

8. Wenn ich eine Geschichte lese, entwickle ich bald eine Vorstellung davon, wie die handelnden Personen oder Figuren aussehen.

- "bald" s.o. zu "oft"
- Wie bewerte ich unterschiedliches Erleben, z.B. beim von außen erzwungenen lesen zum selbstmotivierten lesen von Geschichten in Hinblick dieser Frage?

9. Ich bin fasziniert von Daten (z.B. Geburtsdaten, historische Daten,..)

- Welche Definition von Faszination wird verwendet? Davon hängst die Antwort ab. Dieser Begriff kann z.B. eher irrationale "Bezauberung" bedeuten oder andererseits einfach "Interesse".

10. In einer Gruppe kann ich mehreren Gesprächen problemlos folgen.

Diese Frage beanstande ich sachlich nicht obgleich sie mir stilistisch etwas unschön vorkommt.

11. Es fällt mir leicht, mit sozialen Situationen umzugehen.

- Wenn ich sie mir theoretisch vorstelle?
- Wenn ich diese direkt beobachte?
- Wenn ich aktiv an ihr teilnehme?

- Soziale Situationen meint
- Soziale Situationen unter Autisten?
- Soziale Situationen mit sozialen Außenseitern?
- Soziale Situationen im Umgang mit TT-Persönlichkeiten?
- ?

12. Ich neige dazu, Dinge zu bemerken, die anderen nicht auffallen.

- Gegenprobe subjektiv nicht möglich. S.o.

13. Ich würde eher in eine Bibliothek gehen als zu einer Party.

- Um welche Bibliothek handelt es sich?
- Um was für eine Party handelt es sich?
- Wie viele Menschen besuchen zur angestrebten Uhrzeit die Bibliothek und hat sie überhaupt geöffnet zum Zeitpunkt an dem die Party stattfindet?

14. Das Erzählen von Geschichten fällt mir leicht.

- Bei eigenem Interesse an der Geschichte?
- Bei weniger eigenem Interesse an der Geschichte?
- Wem soll sie erzählt werden?
- Welche eigene Motivation soll ich für diese Situation zugrundelegen?

15. Mein Interesse gilt eher Menschen als Dingen.

- Als Beobachtungsobjekt?
- Als Kommunikationsziel auf gleicher Augenhöhe?

16. Ich habe sehr große Interessen, und es setzt mir zu, wenn ich diesen nicht nachgehen kann.

- Müssen es mehrere Interessen sein?
- Hat nicht jeder Mensch Interessen, denen er gerne nachgeht ?

17. Ich habe Spaß am Tratschen (dahinplaudern).

- Beobachtung dessen
- Was bedeutet "Spaß"?
- Aktive Teilnahme zum Zwecke der Beobachtung von Reaktionen?
- Eigenes Interesse am "dahinplaudern" an sich?

18. Wenn ich spreche, fällt es Leuten mitunter schwer, mir zu folgen, wenn mir diese nicht direkt gegenüber sitzen.

- Woher soll ich das wissen?

19. Zahlen üben eine Faszination auf mich aus.

- "Faszination" s.o.
- Welche Zahlen? Zahlen nach welcher Definition?

20. Wenn ich eine Geschichte lese, fällt es mir schwer, die Absichten einzelner Personen herauszufinden.

Hierzu muß ich allgemein feststellen, daß es gute und schlechte Geschichten in dieser Hinsicht gibt. So eine allgemeine Stellungnahme halte ich für absolut unmöglich. Kunst kann von ihrer Konzepton fehlerhaft sein. Aufgrund dieser Fehler kann es geschehen, daß man ihr schwerer folgen kann. Die Persönlichkeit des Künstlers spielt zudem eine entscheidende Rolle. Ähnliche Menschen versteht man besser.

21. Das Lesen von Romanen oder Science Fiction interessiert mich nicht besonders.

- Was ist "nicht besonders"? Ein Buch im Monat? Eines im Jahr? Zwei in der Woche statt fünf?

22. Das Finden von Freunden fällt mir schwer.

- Muß es schwerfallen (dies impliziert Erfolg) oder kann man der Frage auch zustimmen, wenn es einem gar nicht gelingt?

23. Ich bemerke immer wieder bestimmte Muster in Dingen oder Vorkommnissen.

- Wer tut dies nicht? Auf welcher Grundage soll ich vergleichen ob die notwendige inhaltliche Aussagerelevanz erreicht ist?

24. Ich gehe lieber ins Theater als ins Museum.

- Welches Theater? Was wird gespielt?
- Welches Museum?
- Hat das Museum gleichzeitig mit dem Theater geöffnet und stellt sich diese Frage überhaupt?
- Wie antworte ich wenn ich gerne am Tag der Offenen Tür das Theater besuche? Wie antworte ich wenn ich lieber im Theaterrestaurant essen gehe als in ein bestimmtes Museum in die dortige Ausstellung zu gehen? Hat das Museumsrestaurant vielleicht bessere Gerichte im Angebot, weist eine angenehmere Atmosphäre aus oder ist preiswerter und wäre es daher interessanter als das Theaterrestaurant? Hat der Laden im Theater vielleicht eine CD im Angebot, die ich erwerben möchte?

25. Es regt mich nicht auf, wenn mein gewohnter Tagesablauf gestört wird.

- Wenn etwas unplanmäßig mein Interesse auf sich zieht?
- Wenn ich von außen genötigt werde meinen Tagesablauf zu verändern?

26. Es fällt mir oft auf, daß ich mir schwer tue, eine Konversation aufrechtzuerhalten.

- "mir" bitte durch "mich" korrigieren.
- "oft" s.o.
- Eine Konversation über Themen die mich interessieren?
- Eine Konversation über Themen die mich nicht interessieren?

27. Es fällt mir leicht, "zwischen den Zeilen zu lesen", wenn jemand mit mir spricht.

- Wer spricht mir mir?
- Ein Autitst?
- Eine TT-Außenseiterpersönlichkeit?
- Eine quantitativ durchschnittlich "soziale" TT-Persönlichkeit?

28. Ich konzentriere mich normalerweise eher auf das Ganze als auf Details.

- Was ist "das Ganze"? Wer beschäftigt sich damit? Ist dies Menschen überhaupt möglich?
- "normalerweise eher" s.o. unter "oft"

29. Ich bin nicht besonders gut im Merken von Telefonnummern.

- Wie definiert sich dies? Muß die Nummer beim ersten Mal erinnert werden können? Wenn nein bei welchem Mal im Durchschnitt? Wie lang ist die Nummer, Ortsnetz oder Ausland? In welchem Zeitraum muß die Erinnerung abrufbar sein?
- Die Telefonnummer von wem oder welcher Einrichtung ist gemeint?

30. Ich bemerke es üblicherweise nicht, wenn sich Situationen oder das Erscheinungsbild von Personen ändert.

- "üblicherweise" s.o. unter "oft"
- Wie soll ich beurteilen können wie oft ich etwas nicht bemerke? Ist das grundlegend möglich?

31. Ich bemerke es, wenn sich jemand in einem Gespräch mit mir zu langweilen beginnt.

- Siehe Anmerkung zwei zu Frage 30.

32. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.

- Was sind "Dinge"?
- Beim Zähneputzen gleichzeitig die Bürste seitlich bewegen und an den Zahn drücken?
- Zeitung lesen und dabei etwas essen?
- Fahrrad fahren und gleichzeitig auf den Verkehr achten?
- ?

33. Beim telefonieren bin ich mir unsicher, wann ich wieder mit dem Sprechen "dran bin".

- Ist gemeint, daß ich deswegen verunsichert bin?
- Ist gemeint, daß ich es nicht weiß?
- Kann ich die Frage zustimmend beantworten wenn ich auf solche Aspekte beim telefonieren grundsätzlich nicht achte?

34. Ich tue Dinge gern spontan.

- Dinge die mein Interesse wecken?
- Dinge die mein Interesse nicht wecken?
- Innerhalb welchen Zeitraums kann eine Handlung als "spontan" betrachtet werden?

35. Ich bin in einer Gruppe oft der Letzte, der einen Witz versteht.

- Wie setzt sich die Gruppe zusammen?
- Welche Art von Witz soll verstanden werden?
- "oft" s.o.

36. Es fällt mir leicht, herauszufinden, was jemand fühlt oder denkt, nur, indem ich in sein Gesicht blicke.

- Woher weiß ich ob mein eigener Eindruck stimmt?
- Kann man wissen was andere denken indem man in ihr Gesicht blickt? Beschäftigt sich seriöse Wissenschaft neuerdings ernsthaft mit Telepathie?

37. Nach einer Unterbrechung fällt es mir leicht, gleich wieder mit der Sache fortzufahren, mit der ich zuletzt beschäftigt war.

- Welche Art von Unterbrechung ist gemeint?
- Unterbrechung durch uninteressante oder gar sich aufdrängende äußere Umstände?
- Unterbrechung durch eigene Interessen oder Gedanken?
- "leicht" s.o. unter "oft"

38. Es fällt mir nicht schwer, einfach mit anderen dahinzuplaudern.

- Bei Zugrundelegung von welchem Gesprächsthema?
- "nicht schwer" s.o. unter "oft"

39. Ich bekomme öfters Rückmeldungen von Leuten, daß ich dieselben Dinge immer wieder tue oder mir dieselben Fehler immer wieder passieren.

- "öfters" s.o.
Ansonsten habe ich an dieser Frage nichts zu beanstanden.

40. Als ich jung war, spielte ich mit anderen Kindern, um besser mit ihnen in Kontakt zu kommen.

- Aus Interesse an Beobachtung von Menschen im Allgemeinen?
- Aus Interesse am jeweiligen Subjekt oder jeweiligen Subjekten?
- Aus Interesse an welcher Art von Kontakt?
- Wie ist "Kinder" zu quantifizieren?
- Meint "Kinder" mehrere Kinder gleichzeitig oder auf einen bestimmten Zeitraum verteilt?
- Wie definiert sich "jung"? Impliziert diese Frage, daß ich nun nicht mehr "jung" bin, weil ich diesen Fragebogen ausfülle?

41. Mich interessiert Wissen, das das Differenzieren erleichtert (z.B. über Autotypen, Vogelarten, Zugtypen, Pflanzenarten,..)

An dieser Frage habe ich nichts zu beanstanden.

42. Es fällt mir schwer, mich in andere Menschen hineinzuversetzen.

- Ist dies Menschen generell möglich?
- "schwer" s.o. unter "oft"

43. Ich bereite mich gern eingehend auf Aktivitäten oder Situationen vor, an denen ich teilnehme.

- "eingehend" s.o. unter "oft"
- Welche Aktivitäten oder Situationen sind gemeint?
- Aktivitäten zusammen mit anderen Menschen?
- Zusammen mit welchen anderen Menschen?
- Aktivitäten ohne direkte Teilnahme anderer Menschen?
- Aktivitäten ohne direkte oder indirekte Teilnahme anderer Menschen?

44. Soziale Anlässe (zB. Feste, Feiern,..) machen mir Spaß.

- Wie definiert sich "Spaß"? S.o. unter Frage 17.

45. Es fällt mir schwer, die Absichten anderer Menschen zu erahnen.

- Korrekt zu erahnen?
- Ist das möglich?
- Vermutungen aufzuweisen?
- Welche Menschen?
- "schwer" s.o. unter "oft"

46. Unbekannte Situationen machen mir Angst.

- Wie definiert sich "Angst"?

47. Ich treffe gerne neue Leute.

- Unter welchen Umständen?
- Nach Feststellen gegenseitigen Interesses an ähnlichen Themen?
- Aus interessensunabhängiger Notwendigkeit?

48. Ich bin ein guter Diplomat.

- Die Frage richtet sich auf die Fähigkeit nach schauspielerischer Leistung hin?
- Die Frage richtet sich auf die Existenz eigener Freude an dieser Tätigkeit hin?

49. Es fällt mir schwer, mir Geburtsdaten zu merken.

- "schwer" s.o. unter "oft" sowie Frage 29.

50. Es fällt mir leicht, mit Kindern Spiele zu spielen, bei denen man sich verstellen muß.

- Mit mehreren Kindern zugleich oder über einen bestimmten Zeitraum verteilt?
- Wie definiert sich die Anforderung "sich verstellen"?
- Spiele in denen man eine bestimmte Funktion ausübt, die man gewöhnlich nicht ausübt?
- Spiele in denen man sich im Verlauf des Spiels selbst ständig neu auf andere Weise in eine neue Rolle verstetzen muß?
- ?
- "leicht" s.o. unter "oft"

Fazit dieser Auseinandersetzung:

Hat von euch jemand Erfahrung damit in den nächsten Zoo zu gehen um sich von den dort ansässigen Schimpansen ein Screening vornehmen zu lassen? Ist die formale Fachkompetenz dort höher?

Quelle der Übersetzung: http://www.psychotherapiepraxis.at/a_survey.phtml

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13.06.06, 22:13:21
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ZalamO
(stillgelegt)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
Tuxine
24/05/2006 12:32

Zum Teil habe ich die selbe Kritik. Die erste Frage z. B. könnte ich eigentlich nur differenzierter beantworten: Ich wünsche mir, ich hätte einen, exakt einen Menschen, mit dem ich öfter etwas unternehmen könnte. Eine Art verwandte Seele.


40. Als ich jung war, spielte ich mit anderen Kindern, um besser mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Da hatte ich das Problem, wie die "jung" definieren. Als ich selber Kind war, als Jugendliche, als junge Erwachsene? Natürlich habe ich als Kind mit anderen Kindern gespielt, weil Kinder im Allgemeinen dieses Bedürfnis haben. Diese Frage ist möglicherweise die bekloppteste von allen.

Und dann die Fragen, wo es darum geht, dass man von anderen Menschen eine bestimmte Rückmeldung bekommt oder nicht. Ich lebe verdammt noch mal ziemlich isoliert (obwohl ich Familie habe), ich kriege so gut wie nie irgendeine Rückmeldung.

Aber wenn es bei diesem Test nur auf einen ersten Hinweis ankommt, und so habe ich das verstanden, kann man das noch durchgehen lassen. Für einen endgültigen, für die Diagnose grundlegenden Test finde ich das unseriös.

[Auf eigenen Wunsch deaktiviert und anonymisiert, mfg [55555]]
13.06.06, 22:14:26
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*Ninlil*
(Standard)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
*Ninlil*
24/05/2006 15:05

Tja, ich musste diesen Testbogen im Vorfeld fuer meine Auti-Diagnostik an der Uniklinik ausfuellen (und dann einsenden). Aber ich hatte auch bei fast jeder Frage solche gedanklichen Probelme und wusste nicht wie das fuellen soll, letztendlich hab es dann so geloest dass auch extra bei fast jeder Frage was auf einem Extrablatt dazugeschrieben habe ist einiges geworden dann, aber anders haette das nicht fuellen koennen nur mit dem ankreuzen.
13.06.06, 22:15:02
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Wursthans
(stillgelegt)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
_OO_
24/05/2006 21:04

Ja, die Möglichkeit, daß man sich für Unternehmungen nur exakt einen Menschen oder eine andere geringe Anzahl wünschen würde käme noch dazu. "mit anderen" ist zwar Plural aber es ist zu vermuten, daß das nicht so beabsichtigt ist, daß man dies verneinen soll, wenn man sich nur eine Person dafür wünschen würde.

[Auf eigenen Wunsch deaktiviert und anonymisiert, mfg [55555]]
13.06.06, 22:15:14
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Lisa M.
(Standard)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
Lisa_M.
26/05/2006 23:43

Zitat:
40. Als ich jung war, spielte ich mit anderen Kindern, um besser mit ihnen in Kontakt zu kommen.


Diese Frage fand ich auch am verwirrendsten, denn ich weiß nicht mal, auf welchen Teil davon ich denn nun antworten soll. Extrem formuliert: ‘Ich spielte mit anderen Kindern.‘ oder ‘Das war für mich ein reines Mittel zum Zweck, um mit ihnen in Kontakt zu kommen.‘ Letzere Idee hätte mir jedenfalls als Kind völlig ferngelegen. Ich spielte, allein oder mit anderen Kindern, und machte mir über den Zweck überhaupt keine Gedanken.

Sämtliche Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, im Bemühen um Logik, Nachprüfbarkeit und Einhaltung der kulturell bedingten Realitätsvereinbarung.
13.06.06, 22:15:49
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Wursthans
(stillgelegt)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
_OO_
27/05/2006 14:16

Für mich ist es relativ klar, daß bei dieser Frage alle Punkte zutreffen müssten damit zugestimmt werden könnte.

[Auf eigenen Wunsch deaktiviert und anonymisiert, mfg [55555]]
13.06.06, 22:16:04
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Lisa M.
(Standard)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
Lisa_M.
27/05/2006 16:44

Oh, aber wenn man mit "nein" antwortet, weil man mit dem Spielen kein derartiges Anliegen verband, dann kann das bei der Auswertung so gezählt werden, als hätte man nicht mit anderen Kindern gespielt!

Sämtliche Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, im Bemühen um Logik, Nachprüfbarkeit und Einhaltung der kulturell bedingten Realitätsvereinbarung.
13.06.06, 22:16:27
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Wursthans
(stillgelegt)

RE: Kritik am AQ-Test in der heutigen Form
_OO_
27/05/2006 19:20

Die Frage ist, ob es so gemeint war. Formal wäre es richtig "nein" anzugeben, wenn man bewußt oder unbewußt keinen Kontakt suchte meine ich.

[Auf eigenen Wunsch deaktiviert und anonymisiert, mfg [55555]]
13.06.06, 22:16:44
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arlette
(Autistenbereich)

ich finde _OO_'s zusammenfassung klasse (ich selber habe für alle fragen einfach mehrere antwort-varianten aufgeschrieben, das war eine ziemliche arbeit. und dies auch noch für meinen sohn...). werde deine gute fragen-zusammenfassung gerne einer psychiaterin weiterleiten, wenn du das erlaubst. sonst natürlich nicht.
16.06.06, 00:17:00
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hjqsra
(Standard)

geändert von: hjqsra - 05.10.19, 00:29:37

Habt ihr (aktuell oder zuvor) als Vorfragebogen neben dem AQ auch weitere Fragebögen bekommen?

Am meisten beschäftigt haben mich folgende Fragen (die mir gerade aus der Erinnerung davon einfallen):

- Ob man dem Haushalt möglichst gern aus dem Weg geht.
- Ob man gern alles über den genauen Verlauf eines Flusses von der Quelle bis zur Mündung erfahren will (weil das m. E. jeden Milimeter, jegliche Steigung und Senkung einschließen würde. Oder ob für die Fragestellenden "Quelle bis Mündung" schon alles und genau ist.)
- Ob man Grammatikregeln einer Fremdsprache faszinierend findet.

Etwas geärgert haben mich folgende Fragen:

(wie dem TE auch) - Ob man lieber auf eine Party oder in die Bibliothek geht
(kommt auf die Party und die Bücher in der Bibliothek an, genau. Ich liebe das Lesen von Informationen, welche man nur im Internet finden kann und ich liebe auch sehr sehr doll das Tanzen auf Partys (wenn auch eher unter Alkohol), und es kann auch Schach-Partys, LAN-Partys etc. geben, wo man Gleichgesinnte hat. Bibliotheken fehlen beispielsweise aktuelle Forschungsergebnisse, Politdebatten und Forenmeinungen.=

- Ob ich gern spontan bin. - Wenn es nach meiner Ausrichtung oder der von Gleichgesinnten ist, kann mir das Spaß bereiten. Ich bin auch gern spontan in der flexiblen Umgestaltung meines Tagesablaufes innerhalb meiner vielen Interessen, die ich schwierig alle in einem Tag unterbringen kann. Weswegen ich auch keinen megafesten Tagesablauf anstrebe und dennoch Routinen so wie Spezialinteressen habe. Einfach andere / mehrere.

Und ich habe glaube ich sämtliche Fragen über den EQ kommentiert, weil ich ihn für allgemein schwer messbar halte. Irgendwo meine ich auch gelesen zu haben, dass selbst Forscher sich darüber streiten, ob man, - um sich in jemanden hineinzuversetzen, - dessen Neuronalität bräuchte oder ob Spiegelungs-Imagination oder was das war das schaffen kann. Aber allein durch das Vier-Ohren-Modell der verbalen Kommunikation ist ja bekannt, dass man aneinander vorbeireden kann, ohne es unbedingt zu merken, was nicht unbedingt zum Vorschein kommt, wenn kein auffälliger Konflikt dadurch entsteht. Aber ich kann niemandem seine Wahrnehmung absprechen. Ich hoffe, das tut auch keiner der Fragestellenden (Bogen). Selbst Schizophrene haben letzten Endes ihre Wahrnehmung, auch falls andere sie für irre halten, weil ihnen das neuronale Konstrukt dafür fehlt. Mediziner, die fest davon überzeugt sind, was in jemand anderem genau vor sich geht, fände ich auch fragwürdig. Vielleicht aber auch fehlt mir da einfach das neuronale Konstrukt für, um sie da nachvollziehen zu können. Vielleicht sind mit diesem Test ja aber auch keine Faktenmeinungen verbunden. Mit einem EQ-Test kann man bestimmt viele Eckpunkte im Ansatz anleuchten. Aber wie fände ich sehr interessant.

Von deinen im Anfangsposting genannten Fragen:


Zitat:
"Ich habe sehr große Interessen, und es setzt mir zu, wenn ich diesen nicht nachgehen kann."
...
- Hat nicht jeder Mensch Interessen, denen er gerne nachgeht ?



Gute Anmerkung! Wer ist nicht verzweifelt, wenn er seinen Interessen nicht nachgehen kann. Selbst ein abgespaltener Mensch hat nach seiner Abspaltung ein neues Interesse. Allein Grundbedürfnisse wie Hungerstillung sind ein dringendes Interesse. Und Mitläufer haben das dringende Interesse mit dem Strom zu laufen - Mit der Mode gehen.

- Was das große ganze ist, wüsste ich auch gerne.

Zu deiner Frage zu Frage 31.: Man kann vielleicht merken, ob man etwas vielleicht nicht bemerkt hat, wenn jemand anderes einen auf etwas hinweist, zu dem man keine Erinnerung hat. Aber dann bemerkt das ja der andere, genau. Und das kann man ja nicht überprüfen. In dem Sinne lautet die Frage wohl eher, ob andere oft anmerken, dass.


Zitat:
36. Es fällt mir leicht, herauszufinden, was jemand fühlt oder denkt, nur, indem ich in sein Gesicht blicke.

- Woher weiß ich ob mein eigener Eindruck stimmt?
- Kann man wissen was andere denken indem man in ihr Gesicht blickt? Beschäftigt sich seriöse Wissenschaft neuerdings ernsthaft mit Telepathie?


lachen *thumpsup*

Zitat:

42. Es fällt mir schwer, mich in andere Menschen hineinzuversetzen.

- Ist dies Menschen generell möglich?

45. Es fällt mir schwer, die Absichten anderer Menschen zu erahnen.

- Korrekt zu erahnen?
- Ist das möglich?
- Vermutungen aufzuweisen?
- Welche Menschen?


freuen


Zitat:
48. Ich bin ein guter Diplomat.

- Die Frage richtet sich auf die Fähigkeit nach schauspielerischer Leistung hin?
- Die Frage richtet sich auf die Existenz eigener Freude an dieser Tätigkeit hin?


freuen

Vielleicht haben die oder einige Fragen ja aber auch einen speziellen, psychologischen Hintergrund, der in anderer Fragestellung, schwieriger zu ermitteln wäre. Aber bei dem, was man in der aktuellen Forschung teilweise noch so liest...
05.10.19, 00:23:12
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