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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von apeiron:
Und wenn ich in einer Gemeinschaft bin, dann möchte ich nicht hören "dies nicht, das auch erst Recht nicht"... ohne zu wissen, warum nicht.

Frag doch warum einzelne Nutzer zu ihrer Meinung gekommen sind? An sich bekommt man hier auf solche Fragen doch auch Antworten?
Zitat:
Ich merke immer wieder, wie "Nicht-Autisten" verurteilt werden, weil sie sowieso nichts wissen.

Ist das denn nicht auch oft so?
Zitat:
Ich las Beiträge, wo ihr euch nicht als "Menschen" angesehen habt. Aber trotzdem wollt ihr nicht als "behindert" gelten. Vielleicht nur, weil "Behinderung" als zu negativ interpretiert wird. Aber ich fühle mich behindert - behindert von der Gesellschaft.

Ich glaube da hast du ganz gehörig etwas mißverstanden, wenn du nicht gar verschiedene Foren verwechselt hast. Womit du dir wohl auch keinen Gefallen tust ist ganz verschiedene Nutzer mit ganz verschiedenen Ansichten zu einem "ihr" zusammenzustampfen.
Zitat:
und ich auch merke, das es nicht funktioniert.

Was funktioniert nicht? Barrierefreie Kommunikation einzufordern?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
04.12.12, 19:28:07
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von apeiron:
... Ich las Beiträge, wo ihr euch nicht als "Menschen" angesehen habt. ...
Ich vermute, damit meinst Du einen Beitrag von mir. Von anderen Autisten habe ich das, glaube ich, noch nicht so gelesen. Also meinst Du da mich, und nicht die Mehrheit im Forum.
Ich hatte mich in der frühen Kindheit nicht als Mensch gesehen, aber dann hatte ich das gelernt, obwohl ich das noch immer nicht ganz so empfinde. Das ist aber keine Bewertung der Menschen von mir, sondern nur ein Empfinden oder eine Sichtweise. Ich bin anders und verstehe die Menschen nicht richtig.

Wurdest Du hier verurteilt?
04.12.12, 22:47:21
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Fundevogel
(Angehörigenbereich)

Ich gelte als Nichtautist und erkannte hier, dass meine Sicht auf die Welt lediglich ein Ausschnitt war. Ich lernte mich hier in Frage zu stellen, meine Gedanken zu erweitern, etwas Unverständliches als nichtverständlich stehen lassen zu können, ohne andere abzuwerten oder mich selbst unwohl zu fühlen. Es ist für mich eine gute und wesentliche Erfahrung, in einem Forum sein zu können, in dem ein klarer Anspruch auf gesunde persönliche Verwirklichung formuliert wird und sehr kritisch hinterfragt wird, ob man nicht den falschen Idealen hinter her läuft.
Vielleicht ist es sogar so, dass meine lange begeisterte Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt mich genau hierher gebracht hat, weil dort die wichtigen Fragen des Lebens nicht mehr gestellt werden. Ich denke, dass du hier richtig bist:).

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12).
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. (Markus 4.21) (Lukas 8.16)
05.12.12, 00:52:45
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Lenz2011
(Alien)

Mich hat der 1. Arbeitsmarkt in dem ich mich ja befinde absolut an die Grenzen gebracht.
Mit Hilfe des Forums ist es mir gelungen hier wieder mehr zu mir selber zu finden und mir neue Perspektiven zu öffnen. Ich habe erfahren dass hier statt Kuschelkurs Klarheit herrscht, aber auch ein ungewöhnlich tiefes Einfühlungsvermögen.

"Den 20. ging Lenz durch's Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Thäler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. .... Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte."
05.12.12, 08:27:38
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Mama
(stillgelegt)

hallo apeiron,
ich bin seit längerem auch in diesem forum, und auch ich bin hier mit andern usern aneinander geraten, weil ich ähnlich wie du dachte.
ich war in schlichtungen verwickelt wurde sogar für lange zeit gesperrt. vor kurzem sogar habe ich noch einmal "dampf abgelassen" und wollte hier weg weil es immer noch so ist wie früher.
trotz allem habe ich mich hier aber wohl gefühlt und das ist auch wieder so. dieses forum lebt unter anderem auch davon das man nicht gleicher meinung ist oder sich lobbys bilden. aber in der realen welt hast du das auch.
hier kannst du deine meinung vertreten, dich ärgern, dich freuen aber unter gleichgesinnten.
nimm die worte nicht so sehr persönlich. ich bin auch nicht mit einem hohen iq gesegnet. na und! trotz allem liest jeder hier deine zeilen und macht sich gedanken darüber......also ich finde das sehr gut.
schmeiß jetzt nicht die flinte ins korn! (vielleicht magst du mir diese redewendung mal erklären^^)

[Wegen diversen Regelverstößen und Vandalismus einschließlich Mißbrauch des Gastzugangs bei bereits früher vorgekommener Sperrung bis auf Weiteres gesperrt, mfg [55555]]
05.12.12, 11:13:55
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apeiron
(Standard)

Hallo, ich weiß gar nicht, ob ich hier wieder schreiben darf. Ob ich mich zu entschuldigen habe, wenn ich mir gar nicht sicher bin, ob so Zeilen von mir nicht wieder auftauchen. Ich möchte keinen "Neustart". Sondern anknüpfen. Ja, ich habe mich falsch verhalten. Es tut mir leid.


Und ich möchte mich bedanken, vor allem bei schuschu. Denn noch immer sind mir Deine Worte im Kopf geblieben. Geduldigkeit, Verständnis. Vielleicht unfair von mir. Und es kann sein, dass ich "klammere". Wenn dem so ist, dann tut es mir leid. Grenzen bewahren. Nein, ich klammere nicht. Ich möchte nur "danke" sagen.



Ich möchte mich mitteilen. Und auch meinen letzten Beitrag erklären. Ja, ich kann diesen erklären, weil im Prinzip nichts konkretes ich geschafft habe. Ich bin wütend gewesen auf mich selbst. Auf dieses (Gesellschaft, nicht Forum!) System hier. Es reichten nur einzelne Worte. Vor allem mit dem Wort "Behinderung". Ich habe nicht nur hier gelesen, sondern auch Blogs und andere Webseiten besucht. An euch habe ich es ausgelassen. Es ist falsch gewesen. Habe nicht mehr filtern können, wer wo was schrieb. Es tut mir sehr leid.


Im September durrfte ich eine Begegnungsstätte besuchen. Meine Unfähigkeit, mit der Wut .... und der Angst vor dem versagen holte mich ein. Und ein Ereignis bei einer Freundin. Konzentrieren... sich nicht verlieren im Gefühl. Nicht abschalten. Keine Laute. Auf die Zunge beißen. Ich kann funktionieren. Nein, kann ich nicht. Nach Hause... ich möchte nach Hause.

Wem kann vertraut werden? Wem nicht?
Ich möchte arbeiten. Immernoch. Ich möchte verarbeiten dürfen. Ohne Diagnose. Einfach, weil ich ein Mensch bin. Das muss ich wohl allein hin bekommen. Schließlich wird sonst nur spekuliert und Gründe in der Kindheit gesehen. Meine Kindheit ist gut gewesen. Ich habe nicht viel nachgedacht. Ich wurde ausgegrenzt. Ich wollte ausgegrenzt werden. Es hat mir nicht gefallen, als jemand im Kindergarten mein Auto im Sand verbuddelt hat und als ich es suchte, einfach nur lachte. Ich habe gewusst, was es bedeutet. Das wurde mir erklärt. Ich hätte auf alle Erklärungen verzichten können. Denn im Leben komme ich nicht zurecht. Egal ob mit Erklärungen oder ohne. Und ich bin mir fast sicher, ohne Erklärungen käme ich besser zurecht. Ich möchte nichts mehr verstehen. Ich möchte leben. Ist es zu spät dafür?


Ich habe mich angepasst. Aber immer habe ich schuld. "Sie sind selbst schuld an ihrer Lage" (Ihr habt Recht, ich habe Unrecht). Dieser Satz begleitet mich so oft. Ich bin wahrnehmungsgestört. Inzwischen habe ich mich mit dieser Aussage angefreundet. Ja, ich bin wahrnehmungsgestört. Weil die Realität verstehe ich nicht. Jeder Mensch schafft seine eigene Realität. Ich möchte die Realität nicht mehr verstehen.


Als ich mich dann tatsächlich für die Autismus-Diagnose entschieden habe, bei der Beraterin... ich habe mich verstanden gefühlt. Es hieß nicht mehr, dass ich im Unrecht bin. Und sie hat gemeint, wenn meine Wolken grün sind, dann dürfen sie das sein. Weil ich weiß, dass sie blau sind. Sie fühlen sich aber grün an. Habe einiges verstanden. Auch mich anzunehmen langsam gelernt. Doch dann hat sie eine andere Stelle begonnen. Ihre "Nachfolgerin", ich kam mit ihrer Art nicht klar. Ich glaube, sie hat mich auch weniger verstanden hat. Sie ging mehr auf die "Realitätsebene". Und als wir einige Zeit im Winter bei Kälte auf einer Bank gesessen haben, sie danach mitgeteilt hat, dass sie überprüfen wolle, ob mir tatsächlich nicht kalt wird, da habe ich komplett das Vertrauen verloren. Ich möchte nichts beweisen müssen. Ich will kein Experiment sein. Wenn mir jetzt nicht kalt wird, dann heißt es nicht, dass ich zu einem anderen Zeitpunkt auch so empfinde. Ich möchte leben, mich entwickeln dürfen. Ich möchte leben.


Ich habe Angst mein Leben lang zu scheitern. Gibt es wirklich keinen Ausweg?
Habe Angst, dass mir irgendetwas aufgezwungen wird. (Klinik, Tabletten die mich ruhig stellen....) Ja, ich laufe weg, wenn ich Angst habe. Aber meist komme ich wieder. Finde dann aber kaum Zugang mehr.


Bitte... kann mir jemand sagen, dass er/sie das eigene Leben doch noch nach seinen Vorstellungen gestalten konnte? Ich weiß nicht mehr, was ich machen kann. Therapie!? Habe 7 Kliniken besucht. JA, ich habe mich angepasst. Und mitgemacht. Naja... in 6 Kliniken. Aber eine, da konnte ich wirklich nicht bleiben. Was auch die Krankenkasse verstanden hat. Und mit Gefühlen kann ich relativ gut umgehen. Nein, kann ich nicht. Verliere mich in Dissoziationen. Aber ich störe damit niemand anderen. Nur das allein hilft nicht um dieses Leben zu schaffen. Anpassen hilft auch nicht. Meine Wahrnehmung ist offenbar anders. Ich weiß nicht, wie ich mich anzupassen habe, um als angepasst zu gelten. Ich möchte leben. Ich weiß nicht wie.

Nein, es braucht nicht geantwortet werden. Es ist auch eine Art schreiben. Sich mitteilen. Ventil - Traurigkeit ausleben. Und Verzweiflung bestimmt. Mit der Hoffnung, vielleicht schreibt jemand, wie er oder so doch das eigene Leben gefunden hat.

Fernab von gesellschaftlichen Normen und Regeln. Ich möchte mich an den Regeln halten. Ich möchte nicht ganz allein sein. Bin aber nicht angepasst. Ich fragte nach, wie anders anpassen. Eine Antwort bekam ich nie. Ich will nicht mehr versagen.


15.11.14, 00:33:53
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Fundevogel
(Angehörigenbereich)

Ich habe heute in einem Gespräch erfahren, dass Menschen, von denen in der Kindheit bereits sehr viel gewünschtes Verhalten verlangt wurde, unter den späteren Schmerzpatienten eine sehr große Gruppe darstellen.
Sich gewünschtes Verhalten als Ziel zu setzen heißt, sich selbst zur schmerzvollen langsamen Hinrichtung zu führen.
Man kann besonders im Alter auf brechen...jeder zeit...und Fern ab leben.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12).
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. (Markus 4.21) (Lukas 8.16)
15.11.14, 01:02:21
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von apeiron:
kann mir jemand sagen, dass er/sie das eigene Leben doch noch nach seinen Vorstellungen gestalten konnte?

Was für "Vorstellungen"? In einer Wunschwelt lebt vermutlich keiner. Trotzdem kann man zufrieden leben.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
15.11.14, 10:21:29
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grimmley
(la rabia del pueblo)

Zitat von apeiron:
kann mir jemand sagen, dass er/sie das eigene Leben doch noch nach seinen Vorstellungen gestalten konnte?


wenn du mit 'vorstellungen' so was meinst wie zum bleihstift: lebens-unterhalt selbst 'ehr-arbeiten', sich der high grade anpassen und-soo-weiter, dann (ja). zwahr habe ich meinen gedanken-gut, was society, arbeiten gehen und-soo-weiter eliminiert, denn dies sind nicht meine 'vorstellungen', sondern es isst das was andere meihnten, dass ich dies unbedingt tun muss und da-durch gerieht mein leben ausser kontrolle und ich verlohr alles, bis auf mein backpack. ich hab realisiert, fuehr mich, dass meine 'vorstellung' fuehr mein leben, so zu sein, wie ich bin im hier und jetzt und mich selbst zu 'entwickeln'/mich auszuleben ist, welches ich auch tueh und somit mein leben wieder kontrolliere.

erst wenn wir alles verloren haben, sind wir frei alles zu tun...


Zitat von 55555:
In einer Wunschwelt lebt vermutlich keiner. Trotzdem kann man zufrieden leben.


nein, in einer wunsch-paradies, lebt niehmand. dennoch kann mann wuensche zu ziele wandeln und ziele kann mann definitiv ehr-reichen. da-durch, dass mann ziele ehr-reicht/ehr-fuellt, kann mann auf-jeden-fall zufriehden/er leben.

freuen
23.01.15, 21:20:57
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