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Autor Nachricht
Valo
(Parlament)

Zitat:
Ich wollte klarstellen, dass ich mir schon selbst helfen kann oder mir dann adäquate (professionelle) Hilfe hole, wenn ich es nach meinem Dafürhalten für notwendig halte und sich wegen mir niemand als lebende Notrufsäule auf den Weg machen muss.


Eine alte Weisheit und strenge Regel bei Sozialarbeitern und Sozialpädagogen lautet: Wenn der Leidensdruck groß genug ist, tut er/sie was für sich, holt sich Hilfe, ändert was etc.
Dass bedeutet auch, dass die Helfer warten mit ihrer Hilfe, bis der Betreffende zu ihnen kommt.

Bei Autisten stimmt diese Aussage nicht. Wenn der Leidensdruck hoch ist, ist er nicht in der Lage, irgend etwas zu ändern oder sich Hilfe zu holen.

Das geht erst, wenn es dem Autisten besser geht. Und dann braucht er die Hilfe nicht mehr.

Zitat:
Was ich fürn Problem habe weiß ich in der Tat selbst am besten oder die Leute, die mir irgendwie seelenverwandt sind...


Im Prinzip ja, aber es stimmt auch, dass Autisten sich nicht oder zumindest sich nicht gut selbst reflektieren können.
Wie kommt es sonst z.B., dass so viele Autisten recht alt werden, bevor sie wissen, dass sie Autist sind?


Das sind natürlich Grundsatzdiskussionen, die auch wichtig sind und sonst vielleicht nicht genug erörtert werden.
Aber hier sind sie recht OT.
Daher höre ich nach diesen zwei herausgepickten Aussagen gerne auf und möchte bellaria sagen, dass ich ihre Idee - nach anfänglicher Skepsis meinerseits - gar nicht so dumm finde.

Konstruktive Vorschläge fallen mir aktuell allerdings auch nicht ein.

13.10.06, 00:33:07
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FrauFachmann
(stillgelegt)

geändert von: FrauFachmann - 13.10.06, 01:08:22

Das macht doch jeder anders. Ich denke schon, dass eine Selbstreflektion der eigenen Lage sehr gut möglich ist. Es wäre doch schrecklich, wenn man sich selbst schlechter reflektieren könnte, als andere. Gerade das ist doch auch nicht zuletzt im aufklärerischen Sinne (Voltaire, Kant, Diderot, Schiller) das Logischere!
Und viele kommen erst so spät dahinter, weil sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gar nichts darüber wussten.

Ich kann jedenfalls durchaus Bescheid sagen, wenn was ist. Inzwischen. Manchmal kommmt es mir aber so vor, als würden einige Leute, wenn sie irgendwas von Asperger hören, einem nur noch helfen wollen. Es wird gar kein Vernünftiges Gespräch mehr geführt. Schon bei der Begrüßung wird man angesehen, als wäre man ein Häuflein Elend. Kennt ihr das gar nicht? Hat denn echt noch keiner hier die Erfahrung gemacht, wie unangenehm das ist? Man will gerade von einem Theaterbesuch erzählen, dann muss man erst mal zich Fragen zu seinem Befinden über sich ergehen lassen. Ich weiß, dass das supersuperlieb gemeint ist, aber es ist erdrückend, es schnürrt einem die Luft ab...
13.10.06, 01:03:07
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Warhead
(Standard)

geändert von: Warhead - 13.10.06, 01:14:06

Ach ich wusste schon immer das ich was ganz Besonderes bin.
Mein Kommentar als ich erfuhr das meine Kinderpsychologin sich wegen Liebeskummer den Strick gab
"So eine soll mir helfen,ihr schickt mich zu ner Selbstmörderbraut?!"
Und der Psychodoc wo ich dann später hin bin hing an der Nadel.Die erste taugte wenig zum Vorbild,der Zweite schon eher...aber Heroin war irgendwie auch nicht der Bringer,gefährlich sollte es angeblich sein,und süchtig machen.Aber auf Heroin sah alles so schmutzig aus wie in der Realität auch...herrlich schmutzig.Aber dafür muss ich doch kein Geld ausgeben wenn ich das auch umsonst haben kann.
Ok,mir war klar,ich bin ein ganz besonderer Versager,nichtmal zur Abhängigkeit reichts bei mir.
Einige meinten ich sei nur zu feige.Die Glücklichen,die sind jetzt alle hinüber.

Ohja,ich erwähnte mal das ich gerne für den Aspi e.V. arbeiten würde,also so eineuromässig.Die meldeten sich nie wieder.Selbst für den allerletzten Verlierertariflohn bin ich als Hochbegabter dieser Welt mittlerweile zu schlecht genug...Muhahahaha....Dafür outen sich alle Fallmanagerinnen dieser Welt als nervolabil und leidgeprüft,aber den Bettel hinschmeissen um mir ihren unkündbaren Scheissjob zu vererben ist anscheinend auch nicht drin.
13.10.06, 01:06:49
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FrauFachmann
(stillgelegt)

Irgendwann wirds mir mal wieder so richtig dreckig gehen, Dir besser. So gehts hin und her und auf und ab. Ich denke, dass Du toll schreiben kannst, Lisa auch. Du und Lisa ihr könntet da richtig was draus machen.
13.10.06, 01:19:42
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DrChaoZ
(Autistenbereich)

sicher die welt ist nicht zuckerschlecken. aber sie hat durchaus ihre zuckerseiten die man genießen kann.

nun zur eigentlichen frage:
ich denke genug sendungen über inselbegabte savants haben sie bereits gesehen. wie wäre denn folgendes:

wir leben unter euch.
meist unerkannt.
ihr versteht uns nicht.
wir verstehen euch nicht.
wir geben uns mühe euch zu verstehen.
was tut ihr?
wir funktionieren rational.
wenn wir farben sortieren, dann tuhen wir das nicht weil wir sonst nichts besseres zu tun haben, sondern weil uns das beruhigt. im allgemeinen finden wir die welt da draußen sehr laut und grell. wir brauchen zeit und raum für uns selbst, was aber nicht bedeutet dass wir euch hassen. vieles von dem was ihr seht nehmen wir nicht wahr, andererseits seid ihr blind für vieles was wir sehen können und für völlig normal halten. wir funktionieren vorwiegend nicht nicht, wir ticken nur eben anders als die mehrheit der menschen. wir mögen keinen smalltalk aber gespräche mit inhalt und ziel dennoch.
wir sind nicht gleich, im gegenteil. wenn ihr über uns redet dann überlegt mal, dass wir verstehen was ihr sagt. nur weil wir nicht darauf eingehen heißt das nicht dass es nicht bei uns angekommen wäre.

hmmm... vielleicht so eine art leitfaden:
'how to bigtalk' >:)
13.10.06, 01:22:16
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Warhead
(Standard)

Eben nicht.Die wollen einen Abnickaugust der jeden Scheiss mitmacht und der auch gut fürs FAZ-Feulleton ist,siehe Benjamin Lebert oder Stuckrad Barre die beide ihr Pulver verschossen haben bevor sie die dreissig überschritten haben,wunderbar,mit der Tour haben sie auch Tanja Dückers kleingekriegt.Und fürs kasperige Rumekeln haben sie schon Feuerstein und Phettberg.
13.10.06, 03:45:02
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uppsdaneben
(Autistenbereich)

Zitat von bellaria:
Daher hatte ich die Idee, wenn ich schon mal dabei bin einmal ein allgemeines Gesamt-Kommunikations-Konzept für AS zu erarbeiten, das Betroffene gerne gratis benutzen können und ich gleichzeitig an öffentliche Stellen und Bundesvertretungen für die Öffentlichkeitsarbeit und Positionierung verkaufen kann.


Mir ist jetzt nicht mehr klar, was du erstellen willst.

1. Ein Konzept, wie NTs anderen NTs klarmachen, was AS ist.

2. Ein Konzept, mit dem NTs mit Aspies kommuniziren können.
13.10.06, 08:35:36
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bellaria
(Angehörigenbereich)

geändert von: bellaria - 13.10.06, 15:10:15

Mit Konzept meine ich eine Art Handbuch über:
Was ist das Asperger-Syndrom und wie kann man das anderen erklären (so, dass es in unserem Sinne richtig ankommt).
Dafür braucht es Vorarbeit zu folgenden Bereichen:
Welche Positionierung, Welches Image, Welches Vokabularium und daraus Entwicklung einer CI zur gezielten Verankerung von AS in der Öffentlichkeit. Und natürlich Überlegungen zu den Zielgruppen, weil von denen die anderen Faktoren abhängen. Ich kann einem Volksschüler etwas nur in seiner Sprache erklären und einem Sozialarbeiter nur in einer anderen.
Es geht mir um "Gelenkte Wissensvermittlung" - mit gelenkt meine ich: so positiv wie möglich besetzt. Du kannst es auch Lobbying nennen zwinkern

Wie das dann am Ende verarbeitet wird (Broschüre, HP, Folder, Slogan, wissenschaftliche Arbeit über Lobbying für Autisten, etc.) ist zweitranging. Es geht mir um Erarbeitung von Kommunikationsstandards, wobei Kommunikation in diesem Fall meint: Person/Verein/Gruppe mit Öffentlichkeit.

Wenn ich sowas einmal habe, dann kann man das sehr einfach und schnell an z.B. kleinere eigene Projekte von Aspies anpassen und muss nicht jedesmal wieder das Rad neu erfinden. So wie all diese Dinge ein Unternehmen einmal für sich selber festlegt und dann nicht bei jedem Brief überlegen muss, in welcher Farbe das Logo da jetzt drauf passt.



13.10.06, 13:23:55
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Lisa M.
(Standard)

Zitat:
Eine alte Weisheit und strenge Regel bei Sozialarbeitern und Sozialpädagogen lautet: Wenn der Leidensdruck groß genug ist, tut er/sie was für sich, holt sich Hilfe, ändert was etc.
Dass bedeutet auch, dass die Helfer warten mit ihrer Hilfe, bis der Betreffende zu ihnen kommt.

Bei Autisten stimmt diese Aussage nicht. Wenn der Leidensdruck hoch ist, ist er nicht in der Lage, irgend etwas zu ändern oder sich Hilfe zu holen.

Das geht erst, wenn es dem Autisten besser geht. Und dann braucht er die Hilfe nicht mehr.


Das finde ich interessant - und es trifft auf mich zu! In den Zeiten, als ich einen Psychodoc dringend gebraucht hätte, war ich z.B. viel zu ängstlich, um zu einem hinzugehen. Auch einfach nicht in der Lage. Und außerdem war die Vorstellung so weit weg... Auch andere, von denen ich eigentlich Hilfe gewünscht hätte, habe ich so behandelt, dass sie sich weggestoßen und beleidigt fühlten. Und das ist noch immer so ein Mechanismus bei mir, dass ich mich bei so Bedürfnissen an andere völlig kontraproduktiv verhalte. Ich merke es sogar selbst, aber es ist schwer, es anders zu machen.

Was man den Leuten über AS erzählen sollte? Oh Mensch, das ist schwierig, weil Aspies so extrem unterschiedlich sind... Wenn ich Leuten, mit denen ich direkt zu tun habe, was sagen will, damit sie irgendwie verständnisvoller mit mir umgehen, dann erwähne ich das "böse Wort" Autismus höchstens, wenn ich sie ein bisschen erschrecken will. lachen Oder wenn ich davon ausgehe, dass man da ganz offen reden kann. Im allgemeinen erzähle ich aber eher, was meine konkreten Schwierigkeiten sind und was ich nicht so angenehm finde. Und dass das halt neurologisch bedingt ist. Blöderweise weiß es aber ohnehin fast jeder besser und erzählt mir daraufhin, was ich für'n Schaden habe. Bei vielen Leuten kann man da eh nur resignieren. Sie wissen sowieso alles besser.

Sämtliche Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, im Bemühen um Logik, Nachprüfbarkeit und Einhaltung der kulturell bedingten Realitätsvereinbarung.
14.10.06, 02:40:21
Link
RasCherie
(Nur rote Bereiche)

Asperger gelten als normaler Fahrplatz in Buss und Bahn,

das ist das erste, was ich den Leuten verklickern muss, weil ich auf die genannten Diskriminierungs Worte so allergisch bin, wie andere Asperger auf Störung und Krankheit. Ich hab die Asperger Krankheit und ein Schnupfen bekommt keinen Schaden Buss Platz

Asperger bedeutet nicht Nutte, Hure oder Forest Gump - Asperger bekommen normal Lohn oder Geld vom Arbeits- oder Sozialamt und gelten nicht als Heiler.

Ich habe oft keine Lust den Leuten nochwas von mir zu erklären mit der Asperger Diagnosen Krankheit, weil diese nicht wirklich an den guten Seiten interessiert sind, sondern das Märchen Aschenputtel völlig neu creiiren, wo der Asperger eine ganz schleche Aschenputtel Rolle bekommen soll, wo niemals ein Prince suchen kommt, sondern nur die Schwestern Aufmerksamkeit haben wollen.

Wer sich auf Asperger Seminaren interessierte für Asperger, waren Psychiater, Ärzte, Lehrer,


LG
RasCherie
31.10.17, 20:52:18
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