Zitat:
Aufgrund der eingeschränkten verbalen und intellek -
tuellen Fähigkeiten können diese
Patienten weder ihre Beschwerden
schildern, noch auf spezifische, in
der Tabelle genannte Schwierigkeiten hinweisen. Viele zeigen ihre
Not und Überforderung durch Stresszeichen und zum Teil schwerwiegende Verhaltensauffälligkeiten. Autisten ohne Intelligenzminderung
können ihre Probleme auch nicht
immer angemessen äußern, und unter Umständen werden ihnen die
Schwierigkeiten nicht geglaubt, da
ihnen die Schwere der Beeinträchtigung nicht anzusehen ist.
Werden die Besonderheiten berücksichtigt, erleichtert dies den Arztbesuch oder die Aufnahme im Krankenhaus (18), um zusätzliche oder assoziierte Erkrankungen behandeln
zu lassen. Auch bei Nervenärzten
und Psychiatern sollten die Kenntnisse um die besonderen Belange
von Menschen im Autismus-Spektrum, mit und ohne geistige Behinderung, verbessert werden, um deren Versorgung in Kooperation mit
Hausärzten befriedigender zu gestalten (19). Das Wissen über und
das Verständnis für gesunde autistische Patienten tragen dazu bei, Erkrankungen dieser Patienten identifizieren zu können, die sonst unter Umständen als autistisches Verhalten gewertet werden. Erst wenn
zusätzliche psychische oder körperliche Erkrankungen erkannt werden, sind sie auch spezifisch therapierbar. Die autistische Informationsverarbeitung hingegen begleitet
den Patienten über die Lebensspanne. Während der Behandlung hilft
die Aufrechterhaltung dieser differenzierten Sichtweise, um Komplikationen beziehungsweise Nebenwirkungen zu erkennen und den
Therapieerfolg sicherzustellen