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Stufe 4: Tunnelblick oder das Leben in einem Film
Wenn die gesteigerte Konzentration auf etwas nicht mehr ausreicht um die Störungen von außen durch Reize zu kompensieren entsteht langsam aber sicher ein Tunnelblick. Mein Gehirn fängt an alles Umgegebene auszublenden und richtet die Konzentration nur noch auf das was ich gerade mache. Für die Außenwelt kann dies so erscheinen als würde ich mich extrem zurückziehen oder, wie einige das ja in Verbindung mit Autismus beschreiben, in meiner eigenen Welt lebe. Dies ist nicht wirklich zutreffend da ich mich ja durchaus auf diese Welt konzentriere. Am besten kann man die Phase des Tunnelblickes wirklich mit einem Film beschreiben. Jeder hat sicher schon einmal folgenden Effekt im Fernsehen oder in einem Film gesehen:
Eine Person steht z.B. in der Fußgängerzone und im Zeitraffer zieht die Außenwelt bzw. die anderen Menschen an ihm vorbei. Die Person steht also still, die Welt um sie herum bewegt sich in einem anderen Zeitrahmen.
So ungefähr kann man sich das auch vorstellen wenn ich mich in dieser Phase durch eine belebte Straße bewege. Ich sehe nur noch meinen Weg bzw. mein Ziel, meine Umwelt sieht an mir vorbei. Man fühlt sich wirklich wie in einem Film der ohne das eigene Zutun abläuft und irgendwie auch nicht kontrollierbar ist. Spätestens jetzt ist es dringend angesagt sich in eine schützende Umgebung zu begeben um sich langsam wieder zu erholen. Da bei mir, wenn ich unter vielen Menschen bin, dieser Tunnelblick oder Filmeffekt schnell entsteht bin ich eigentlich nie ohne Begleitung unterwegs. Sie gibt mir die Sicherheit und einen Rettungsanker. Dies ist wichtig wenn man bedenkt das diese Phase sehr stressig und belastend ist. Und das ist etwas was auch jeder Nichtautist nachvollziehen kann: Wenn man langsam aber sicher von Stress in den Zustand von Panik kommt brechen alle Dämme und man verliert durchaus die Orientierung und Kontrolle über das was man noch tut. Was NICHT bedeutet, dass man aggressiv wird! Vielmehr eher das ich als Autist in das Stadium „hilflos“ komme aus dem ich mich selbst zumeist gar nicht mehr oder nur sehr mühsam wieder retten kann.