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Autor Nachricht
grimmley
(la rabia del pueblo)

mit nem assysstentz-hund, darfst du in jeden laden rein und aaalllee oeffentliche-gebilde und im flugzeug in der fahr-gast-kabine mitnehmen. ein assysstentz-hund kann mann dann auch weihter zum auti-hund ausbilden.
09.02.15, 00:50:53
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Bicycle
(Autistenbereich)

Ich habe bis heute keinen Hund. Wenn das in Zukunft irgendwann sein sollte, hätte ich aber auch gar nicht mehr vor, ihn als Assistenzhund auszubilden.
09.02.15, 09:17:06
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grimmley
(la rabia del pueblo)

dahn hat sich des wohl relativiert fuehr dich, denn-noch koennte sich jemand anderes dafuehr interessieren. zeitlich ist ja meihne antwoord auch so-gesehen 'spaet'. freuen
09.02.15, 10:48:59
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drvaust
(Autistenbereich)

Ich bin jetzt wieder auf dieses Thema gestoßen, wegen dieser Petition bei change.org.
Hat hier jemand Erfahrung mit einem Autisten-Assistenzhund?

Links:
assistenzhunde-zentrum
therapiehundezentrum-saar
blindenhundeschule.ch
Autismusbegleithund.pdf
zu diesem Fall:
autismus-begleithund-verein-springt-fur-krankenkasse-ein

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert.
03.08.15, 00:58:18
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Antares
(White Unicorn)

Ich leider nicht, wenn ich die Zeit und das Geld hätte, würde ich mir aber einen holen ;) also selbst ausbilden. Mit dem Asssistenzhunde-Zentrum stand ich eine Weile in Kontakt, weil ich am überlegen war für mich.

- Autismusdiagnose
- 200 - 250 Euro jeden Monat (ink. Ausbildungskurse)
- jeden Tag Zeit für Ausgleichsspaziergänge als Erholung für den Hund
- 500 - 1000 Euro für den Hund Anschaffung

Ich habe bisher eigentlich nur den ersten Punkt erfüllt. Aber gerade für solche Dinge wie sich vor meine Füsse legen in der Bahn, damit ich nicht dauern berührt werde von anderen Menschen fände ich schon sehr praktisch.

Bisher kenne ich allerdings auch noch niemanden, der sich ein solches Tier geleistet hat.


03.08.15, 08:17:06
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Antares
(White Unicorn)

Hier in Berlin wird dieses Thema immer mal wieder angesprochen bezüglich eines Begleithundes. Vor allem wird die Prüfung und den Weg dazu diskutiert. Ich konnte bisher nur einen Ausbilder finden, der auf Konditionierung verzichtet und bereit ist einen anderen Weg zu gehen.

Hat hier mittlerweile jemand Erfahrung gesammelt sich sein Tier mittels der Begleithundeprüfung als Führhund eintragen zu lassen?
19.10.17, 09:18:25
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Kaleidoskop
(in einer Seifenblase zwischen den Welten (DIS & AS & ...)

Mit Autismus–Assistenzhunden habe ich keine Erfahrung, habe nur einen Blindenführhund.
19.10.17, 19:23:25
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Antares
(White Unicorn)

Magst Du mir ein wenig erzählen, wie das abgelaufen ist bis zur Prüfungsablegung mit Deinem Führhund? Vielleicht lässt sich ja ggf irgend etwas rückschließen, weil es irgend welche Parallelen gibt?
20.10.17, 08:16:44
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Kaleidoskop
(in einer Seifenblase zwischen den Welten (DIS & AS & ...)

Antares, ich erzähle später gern etwas zu Ausbildung von Blindenführhunden, aber erst, wenn ich wieder zuhause bin.
20.10.17, 13:28:25
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Antares
(White Unicorn)

Mich interessiert vor allem Deine Geschichte. Allgemein kenne ich es, das ist mir bekannt. Mich würde Dein Hund, Dein Erleben, und eure Prüfung interessieren. Wenn Du Deinen Hund "fertig" bekommen hast, interessiert mich vor allem das "Zusammenfinden" von euch als Gespann und Team.
20.10.17, 14:18:29
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Kaleidoskop
(in einer Seifenblase zwischen den Welten (DIS & AS & ...)

So, nun bin ich endlich zuhause, wenn auch ziemlich platt.

Also. Ich bin „blind“ zur 🌎 gekommen. Die „“ verwende ich, weil ich mit Brille noch 2 % sehe, was zwar als gesetzlich blind gilt, ich mich aber nicht blind fühle.
Ich habe mich sehr lange gegen Hilfsmittel, u.a. Blindenstock, gewehrt. Ich besaß und besitze zwar einen, aber erst 2011, als ich wegen Dauerderealisation Angst hatte, angefahren zu werden und dann als Unfallverursacher gelte, sah ich ein, den Stock auch zu nutzen.

Eine Freundin, die zu diesem Zeitpunkt schon einen Blindenführhund/+(der Einfachheit halber BFH genannt), war der festen Überzeugung, dass ich auch einen haben sollte, gab mir ihren BFH öfter, wenn sie krank war. So lernte ich, dass ein Hund echt toll ist. Allerdings hatte ich Angst, dem Hund nicht genügend Auslauf bieten zu können. Ich fragte mich, ob ich mich übergeben würde, sollte der Hund sich in der Wohnung 🤮 oder Durchfall ablassen. Das selbe galt für die Frage, was, wenn sich der Hund in (Menschen–)Kot wälzt oder diesen o.ä. frisst.
Das Schicksal wollte mir diese Fragen wohl direkt beantworten. Ich durfte einmal ein Halsband eines anderen BFH von Kot befreien und es ging gut.
Der BFH der Freundin vor Ort wurde von dieser wegen seiner Krankheit, aber irgendeiner notwendigen Tätigkeit außerhalb ihrer Wohnung allein dort für mind. 2 h allein gelassen. Als wir bei ihr ankamen, war der Teppich der gesamten Wohnung mit undefinierbaren Flecken (Erbrochenes/Durchfall) übersäht. Ich nahm also Putzzeug in die Hand und beseitigt. Und ich behielt mein Essen bei mir!

Als ich einen BFH haben wollte, schaute ich mir die Schule des Führhundes meiner Freundin. Die Chemie schien stimmig, doch durch Gerüchte, füdass die Trainerin ihre Hunde mit E–Halsbändern „erzöge“ (stimmt nicht) war ich unsicher und schaute mir noch 2 weitere schulen. Nach dem Besuch der letzten Schule wusste ich, welche schule ich bevorzugen würde. Die Trainerin Shin sympathisch und auch der Umgang mit ihren Hunden war wunderbar.
Zum Zeitpunkt des Besuchs bei dieser Schule hatte ich meinen Antrag schon bei der Krankenkasse abgegeben. Beim Besuch streichelte ich meinen jetzigen Hund sehr lang, was für ihn sehr ungewöhnlich ist, da er kein Schmusetier ist. Dies war für meine Trainerin Anzeichen dafür, dass er für mich geeignet wäre. Zum einen weil er sich lange streicheln ließ, zum anderen, weil er ein zügiger Läufer ist.
Ich reichte den Kostenvoranschlag diese für uns Schule bei meiner Krankenkasse nach und bekam ihn, obwohl er teurer war als der andere bewilligt.

Zur Einschulung fuhr ich dann an den Ort, an dem mein Hund ausgebildet wurde. Zuerst lernten wir uns kennen und ich lernte, mit dem Hund an der Leine spazieren zu gehen und lernte auch, dass er mir an der Leine Ampeln oder Bürger steige anzeigte. Die ersten drei Nächte war er noch nicht bei mir im Hotel, weil er doch sehr an seiner Trainerin hängt.
Nach dem Training mit der Leine lernte ich, wie ich mit meinem Hund im Freilauf spielen könnte oder wie ich den Freilauf gestalten könnten. Danach begann das eigentliche Training im Umgang mit dem Führgeschirr. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es angenehm oder einfach war. Ich nehme an, ich habe mich ziemlich verkrampft, so dass mir ziemlich schnell die Schulter weh tat. Habe ich lernte, zu erkennen, wann mein Hund an hielt und was dann kommen würde. Treppen zeigt er an, in dem er sich vor mich stellen und so weiter. Ich lernte auch die Befehle, da mein Hund nicht auf Deutsch ausgebildet ist. Nach dem ersten kleinen Rüffel, weil ich meinem Hund in der Pause keine Ruhe gönnen wollte, sondern lieber mit ihm spielen, genossen wir beide die Mittagspausen im Hotel.
Zum Wochenende wo ich dann wieder zurück zu mir nach Hause, aber außer mit dem Hund Gassi zu gehen sollte er einfach erst einmal ankommen, was bedeutet, dass er noch nicht führen sollte. Am Montag der zweiten Woche ging dann das Training weiter. Mein Hund und ich lernten die wichtigsten Wege, die ich öfter brauchen würde, das war der Tierarzt, meine Arbeit und meine Therapeuten. In der ersten Zeit war es wichtig, dass ich die VIG genau so ging, wie wir sie gelernt haben.

Mein Hund und ich fanden sehr schnell zueinander. Er musste erst mal lernen, dass ich tatsächlich wenig sehe und es keine böse Absicht ist, wenn ich ihn zum Beispiel aus Versehen beim streichen über den Kopf erst mal ins Auge piekte. Wenn ich ihn beim toben zu fest auf seine Pfote trat, was leider auch vor kam, machte er sich bemerkbar.
Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, mich im für Geschirr zu laufen. Ich brachte meinem Hund weil, das hat beim Berg auflaufen nicht ganz so schnell rennen sollte, da ich zum einen leider rauche und zum andern leider Asthma habe. Das hat er auch gut angenommen. Mein Vertrauen zu ihm ist sehr groß. Das einzige, wo ich mit unter misstrauisch bin ist, wenn es um das Thema Treppen geht. Wenn er mir eine Treppe anzeigt, wandert sein Kopf ein wenig nach unten. Nun habe ich aber einen Labrador und Labrador sind laufende Fräsmaschinen. Ich habe bis heute Angst, dass er den Kopf einfach senkt, um Futter aufzunehmen beziehungsweise den Kopf tatsächlich runter nimmt, weil eine Treppe kommt ich dies aber übersehe. Allerdings scheint mein Hund dies gemerkt zu haben und versperrt mir beitreten jetzt regelrecht hinweg, um sein Leckerchen zu bekommen. Es ist Streitsache oder Ansichtssache, ob man seinen Hund mit Leckerchen belohnen möchte oder nicht. Ein Labrador ist mit Leckerchen recht gut führbar.

Im Laufe der Zeit lernte ich auch, wann mein Hund was brauchte oder wollte. Auf einer Zugfahrt von weiter Weg nach Hause hatte mein Hund sich vorher ordentlich voll getrunken so dass es nicht viel gebracht hat, dass wir vorher noch mal draußen waren, um sich Leon lösen zu lassen. Lösen heißt in diesem Fall Darmentleerung und Urin ablassen. Irgendwann fing mein Hund an zu hecheln im Zug und ich dachte, Insight zu warm. Denn trotz Klimaanlage war auch mir recht warm. Da mein Hund direkt in der ersten Woche nach seiner Ankunft bei mir Durchfall hatte und ein spezifisches Knurren oder Ähnliches von sich gab ist mir dies gut im Gedächnis geblieben. Als das Häckchen also nichts half dabei genau dieses Geräusch von sich. Für mich war sofort klar, dass ich bei der nächsten Haltestelle aussteigen muss, weil ansonsten eine Riesen große braune Füße im Zug rumschwimmen würde.
Nachdem ich in aller Eile meine Sachen zusammen gerafft habe und meinen Hund in einem Kuhkaff Bahnhof ins Grüne entließ, pinkelte er einfach nur 2 Minuten durch. Seit ich ihn in 2012 bekommen habe, hat er natürlich auch noch andere Möglichkeiten gefunden, zu zeigen, dass er raus will. Es ist zum Beispiel durch aus möglich, dass er hektisch immer wieder in Richtung Tür läuft. Manchmal nimmt er mich dabei aber aufs Korn, weil ihm schlecht ist und er Gras fressen will. Gras scheint es dem Hund zu erleichtern, Erbrechen zu können.
Im Lauf der Zeit wurde ich im Umgang mit meinem Hund immer sicherer. Ich hatte meinen Hund noch nicht lang, da hatte ich eine Reha und war eindeutig zu locker und eventuell auch zu inkonsequent, so dass ich ihn letztenendes zu seiner Paten Familie in Urlaub geben musste.
Eine später beziehungsweise eigentlich nur wenige Monate nach der Reha, die mich nur noch mehr destabilisierte, ging ich in eine psychosomatische Klinik. Dort hatte ich das Glück, auf eine Mitpatientin zu treffen, die selbst einen Hund hat und wahnsinnig viel Ahnung hat. Von ihr erfuhr ich, dass der Hund auf meine Gefühlsregungen reagiert beziehungsweise auch darauf, welche Innenpersonen gerade draußen ist. Wenn eine Kind–Persönlichkeit draußen ist, bellt er wesentlich mehr, als wenn eine männliche Innenpersonen draußen ist. Ich oder das gegenüber Angst hat, ist es auch möglich, dass er bellt. Er sieht sich selbst nicht als Gefahr, sondern nimmt an, dass irgendwo eine Gefahr sein muss. Deshalb fällt mehr. Die Mitpatienten hat mir und einer Mitpatienten, die Angst vor Hunden hat genau dieses erklärt.
Ich bin auch bei Dunkelheit sehr ängstlich. Wenn ich meinen Hund bei Dunkelheit alleine durch den Park laufen ließ, stellte er alles an, was zwei Beine hatte. Meine Trainerin gab mir den Tipp, ihn an die lange Leine zu nehmen, so dass wir uns beide sicherer fühlen. Dieser Typ war wirklich Goldwert.
Natürlich gab und gibt es Dinge, die ich trotz Einschulung lernen musste, weil der mir aber theoretische Erklärung nichts helfen. Deshalb war ich ein oder zweimal bei einer Runde Trainerin. Diese führte mir mit Stimme und ähnlichem vor, wie ich meinen Hund zum Beispiel streng zu mir anrufen kann beziehungsweise soll. Auch Gehorsamstraining habe ich gelernt und wir machen es gerne auf spielerische Weise, so dass es für meinen Hund nicht eine Strafe ist, wenn ich ihn nach dem ich ihn schimpfen musste, zum Gehorsamstraining nötigte.
Zu Beginn unserer Zusammenarbeit, noch im Hotel, hat mein Hund versucht, herauszufinden, wer der Boss ist, d.h. bei Hunden, dass sie versuchen, hier Herchen oder Frauchen zu besteigen und zu „rammeln“ (wie beim Sex, dies dient aber auch zur Klärung des Ranfes). Da ich wusste, dass er gerade dabei über mich zu dominieren, schubse ich ihn erst mal weg. Also es noch mal versuchte, schubse ich ihn weg und knutsche ihn im wörtlichen Sinne an. Somit war die Rollenverteilung klar.
Als mein Hund und ich noch alleine lässt, konnte ich ihn relativ lang und langsam bürsten, nur wenn wir draußen waren, war in dieses zu wieder. Inzwischen Marke es gar nicht, wenn man ihn lange böse. Er rennt weg und man muss ihn immer wieder einfangen.
Da er immer wieder Müll beziehungsweise weggeworfenes Essen vom Boden einsammelte, versuchte ich verschiedenes, dies zu unterbinden. Im Freilauf Arbeit hätte ich zeitweise mit einem Maulkorb, im für Geschirr hatte ich ein so genanntes halt Hihi. Der Vorteil bei einem halten ist, dass der Hund seinen Mund im Grunde genommen frei bewegen kann, nur wenn der Kopf nach unten geht, kann ich die Schlaufe um sein Maul zu ziehen, so dass er nichts mehr fressen kann.
Auch bitten wir, einen ausgelegten Leckerchen vorbei zu gehen, ohne dass er eins davon Fraß. Es klappte mehr oder weniger, aber wenn ich ehrlich bin: wenn etwas zu fressen findet, friste es immer noch. Er ist halt ein Labrador.

Zu Beginn unseres Zusammenarbeit dürfte mein Hund nur in seinem Körbchen geschlafen. Dein Besuch einer Freundin hatte ich keine andere Wahl, als mein Luftbett mit ihm zu teilen und merkte, dass ich mich dadurch sicherer fühlt. Bis ich meinen Mann traf und mit ihm zusammen zocken, hatte mein Hund das Privilegs, in meinem Bett schlafen zu dürfen. Allerdings hatte er einen Platz zugewiesen bekommen, den ich mit seiner Hunde dicke markierte.
Er hat einen Korridor abends in dem er gefüttert wird. Ab 17:00 Uhr wird er unruhig, weil er weiß, jetzt könnte ich schon etwas zu essen bekommen. Bin ich in der Nähe des Raumes, wo ist eine Futtertonne steht grinste mich an hechelt und versucht mich zur Tür das Futter Tönnchen zu Lotzen.

Inzwischen sind wir, wie gesagt ein gutes Team. Manchmal, wenn es mir nicht gut geht und ich alleine sein will, übersieht er das ich allein sein will und drückt mir auf die Pelle. Das ist in diesen Momenten schwer auszuhalten, aber ich weiß, dass sie es nur gut meinst. das schöne ist, weder eher, noch ich sind nach tragend. Hat einer von uns beiden Mist gebaut, sind wir vielleicht beleidigt oder sauer, aber nach kurzer Zeit ist alles vergeben und vergessen.

Zu meinem Hund muss ich eigentlich nicht viel sagen. Er ist Labrador. Gehört zu der Sorte, die gefräßig sind. Es gibt wohl auch Labrador rüde, die nicht alles fressen, was irgendwo rum liegt. Vom Charakter her ist er sehr ruhig und ausgeglichen. Er führt zügig, ist im Freilauf aber eher ein gemütlicher Bär. Er hat seine Momente, in denen er gerne kuschelt, aber er ist nicht anhänglich wie eine Klette, was ich persönlich sehr angenehm finde. Ich glaube, er würde gern mehr spielen, aber das ist nicht unbedingt meine stärke. Aber wenn wir mal spazieren sind, dann würde mein Mann Stückchen für ihn und das ist eine Riesenfreude für ihn. Was für Menschen ein Statussymbol ist, wie zum Beispiel ein Haus, das ist für meinen Hund sein Stückchen. Je größer, desto besser. Seine Beute, also seinen Stübchen lässt er nicht einfach los. Wenn kein anderer Hund mit einem Stückchen hängt rennen die beiden rum. Und dabei ist es für meinen Hund egal, ob Frauchen zum Kollateralschaden gehört. Er hasst duschen, wenn man das doch mal tun sollte, dann ist er wie ich ein Warmduscher. Das habe ich aber erst durch eine Freundin gelernt. Ich hatte schon erwähnt, dass ihr auch nicht davon zurück schreckt, Ausscheidungen zu futtern. Er ist sehr einfühlsam und reagiert entsprechend meiner Stimmung. Er reagiert auch, wenn ihm selbst Menschen suspekt sind. Einen alkoholisierten junkie hat er zum Beispiel so lange an geknurrt, ist dieser begriffen hat, dass wenn er ihn anfasst, ja eine Hand weniger hat. D.h. er hat einen sehr hohen Beschützerinstinkt, ist aber nicht bissig. Er würde nur dann zum beißen, wenn jemand mir oder seinem Rudel, also meinem Mann oder im Büro meinem Team ans Leder will. In einem solchen Fall würde ich nicht dafür garantieren, dass der Angreifer unverletzt davon kommt.
Wichtig ist, zu wissen, dass Hunde auch schnarchen. Und sie geben im Schlaf l manchmal leise wofür Laute von sich. Das klingt süß, wenn man weiß, dass der Hund keine Schmerzen hat. Wenn man es das erste Mal hört, erschrickt man und denkt der Hund leidet. Außerdem läuft mein Hund manchmal im Schlaf. Das ist auch nichts ungewöhnliches.
Jetzt, wo mein Hund auf die acht Jahre zugeht, scheint er manchmal wie ein alter Mann zu sein er stöhnt erleichtert auf, wenn er sich irgendwo hingelegt oder hinsetzt, so wie es ein Opa auch tun würde oder stöhnt zufrieden, wenn er sich hin und her wälzt. Also seine stöhnen und Grundslaute haben sich inzwischen vermehrt. Da eher ein Schlappohr ist, kann es passieren, dass er sich schnell mal eine Ohrenentzündung einfängt. Also ist es wichtig, die Ohren schön sauber zu halten. Wenn man ihm die Ohren durchknetet gibt dir ein wohliges Brummen von sich, was sich anhört, als würde ein Bär zufrieden Lauren. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass mein Hund mich auch ein Stück weit vor Menschenmassen schützt. Im Gegensatz zu den meisten Labrador nun ist mein Hund kein Hund der sich von jedem anfassen lässt. Er weicht in der Regel zurück, wenn es jemand versucht und wenn jemand nicht aufhört, fällt er schon mal. Das ist für mich sehr positiv, weil ich mich in Menschenmengen sehr unwohl fühle. Und ich habe das Gefühl, dass mein Hund genau das weiß und berücksichtigt es sei denn, es ist irgendwo eine Festivitäten, wo potentiell Bratwürstchen für ihn ab fallen könnten, Wenn er im Freilauf ist. Denn auch im Freilauf bleibt er, wenn er merkt, dass mir zu viele Menschen um mich herum sind in meiner Nähe, sozusagen als Sicherheitsanker. Er nutzt es in ruhigen Gegend sein aber durch aus aus, wenn ich abdrifte und irgendwie in einer anderen Sphäre bin. Dann entfernt er sich sehr weit und sucht sich gemütlich etwas zu futtern.

Wenn Hund und Halter vier Wochen zusammen sind, findet eine so genannte Gespanns Prüfung statt. Den Weg können wir im Grunde genommen selbst aussuchen. Der Prüfer achtet darauf, wie gut mich der Hund fühlt, achtet darauf, wie sich der Hund im Freilauf verhält und wie wir als Team harmonieren. Wenn alles gut geht, haben wir die Prüfung bestanden und dann kann der Hund bei mir bleiben. Die Prüfung wird bei Blinden Führhunden in der Regel von so genannten Mobilitätstrainerin abgenommen, die sich für die sich in diesem bereich weiter gebildet haben. Natürlich müssen in der Route auch Hindernisse eingeplant sein wie treffen, Aufzüge, eine Kasse, Bus fahren. Das gesamte Repertoire des Hundes Ð ab geprüft. Ich bin mehr als froh, dass mein süßer kleiner Bär bei der Prüfung mit Bravour abgeschnitten hat.

Antares, falls du noch weitere fragen hast oder ich auf etwas nicht genau genug eingegangen werden beziehungsweise schlecht verständlich ausgedrückt habe, kannst du natürlich gerne jederzeit nachfragen. Vom Gefühl her denke ich, dass ich mit diesen Beitrag hier tatsächlich meine Lebensgeschichte ausgeholt habe. ^^

LG
Kaleidoskop
20.10.17, 18:13:57
Link
Antares
(White Unicorn)

Vielen lieben Dank auf jeden Fall für diesen Teil aus Deiner Lebensgeschichte! :) Das les ich mir morgen mindestens noch einmal durch, dann schreib ich ein wenig mehr dazu ^^ Gute Nacht Dir!
20.10.17, 21:54:24
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