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Frag ein Klischee: Kannst du als Autist eine normale Beziehung führen?

original Thema anzeigen

23.09.16, 21:27:08

55555

Zitat:
Jedes Geräusch, jede Mimik und jede Geste nimmt er wahr: Robin ist Asperger-Autist. Körperkontakt mag er gar nicht. Wie seine Freundin damit umgeht, erzählt er in einer neuen Folge "Frag ein Klischee".

Quelle

Eine blödere Frage ist denen nicht eingefallen ("normale Beziehung", was soll das überhaupt sein)?
24.09.16, 08:26:58

Antares

Es ist der gesamte Text und das Interview ist davon geprägt... wenn man schon so anfängt... Asperger Autist ist von einer Störung betroffen, eine Wahrnehmungsstörung...

Es kennzeichnet eine Norm-X

Wenn es möglich ist das Sein in eine so starke Norm zu stecken, dass jegliche Abweichung davon "gestört" gilt, dann ist es auch möglich Verhaltensmuster eines Beziehungsmodells in eine Norm-X zu pressen.

Deshalb ist diese Frage an sich für sie nicht blöd, sonder REAL. Es gibt für enorm viele (Universitäten/Politiker/Regierungsverwalter/Schulleiter/Therapeuten/...), also unzählige Menschen in ihren Köpfen genau diese Norm.

Deshalb sprechen sie von "Normalen" Menschen - und "gestörten" Menschen - die eben davon abweichen, wie Autisten. - deshalb gibt es für sie dann die "normale" Beziehung und eine "gestörte" Beziehung.

Diese Normierung ist in allen Studiengängen mittlerweile gängig. Dieses Muster ist im Medizinstudium ebenso wie den Wissenschaften der Rehabilitationspädagogik, der Psychologie uvm zu finden. Deshalb werden diese "gestörten" Beziehungen auch therapiert und Autisten therapiert, weil sie nicht der "Norm-X" entsprechen.

Dieses Wort Norm-X wird nicht verwendet, sonder es wird "normal" genannt - im Gegensatz zu "gestört".

Das geht so weit, dass wenn etwas vom "Normalen" abweicht es dann für die "Norm" angeblich nicht lebenswert sein soll und Autisten froh sein müssten, wenn sie dieses "betroffene, bedauerliche,..." Dasein nicht führen müssten und es wird Eugenik damit argumentiert.

25.09.16, 00:04:45

Fundevogel

Interessant ist, dass Anhänger von Sadomaso-Praktiken, Urin- und Kotsexualität und Penisverschluckerei (meistgesehenster Film der Welt!)... nicht als gestört bezeichnet werden.

Wenn aber jemand für Berührung Vertrauen in einen Menschen setzen muss, dann gilt das als krank???
Eine solche gesellschaftliche Zuweisung ist doch echt krank und wenn jemand sich selbst deshalb als krank bezeichnet, dann ist das auch krank.
25.09.16, 08:03:48

Antares

Unsere Gesellschaft ist um genau zu sein suizidal im Sinne des egoistischen Hedonismus :) Es wird bewusst und gezielt der eigene Tod der Gesellschaft (und darin lebenden Menschen) herbei geführt aufgrund des Anstrebens von Lust und Freude zur Vermeidung von persönlichem Leid.

In diesem Sinne ist es nicht gestört wenn Lust und Freude angestrebt wird im egoistischen Sinne, auch nicht wenn es Übergriffe auf andere bedeutete oder deren Tod im Gesamtkontext.

Für eine Berührung Vertrauen haben zu müssen passt nicht in diese "Norm" - es ist "verrückt" - oder wie sie es gern nennen "gestört".

Zitat Wikipedia: "Suizidalität, auch Suizidgefährdung oder umgangssprachlich Lebensmüdigkeit genannt, umschreibt einen psychischen Zustand, in dem Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen anhaltend, wiederholt oder in bestimmten krisenhaften Zuspitzungen darauf ausgerichtet sind, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen (Suizid). Die Suizidologie beschäftigt sich als wissenschaftliche Fachrichtung mit der Erforschung von Suizidalität und suizidalen Geschehnissen.

Es besteht eine graduelle Differenzierung zwischen Suizidgedanken ohne den Wunsch nach Selbsttötung – die ebenfalls zur Suizidalität zählen – und drängenden Suizidgedanken mit konkreten Absichten, Plänen bis hin zu Vorbereitungen eines Suizids."

Zitat Wikipedia: "Hedonismus (von altgriechisch ἡδονή, hēdonḗ, „Freude, Vergnügen, Lust, Genuss, sinnliche Begierde“;[1] Wortbildung mit dem Suffix -ismus) bezeichnet zumeist eine philosophische bzw. ethische Strömung, deren Grundthese lautet, dass einzig Lust bzw. Freude und die Vermeidung von Schmerz bzw. Leid intrinsisch oder final wertvoll sei(en). Im Gegensatz zu dem philosophischen Verständnis wird im alltagssprachlichen Gebrauch mit dem Begriff Hedonismus häufig eine nur an momentanen Genüssen orientierte egoistische Lebenseinstellung bezeichnet. In diesem Sinne wird der Begriff Hedonismus oft abwertend gebraucht und als Zeichen der Dekadenz interpretiert. Unter der Bezeichnung „psychologischer Hedonismus“ wird tatsächlich verstanden, dass der Mensch im Allgemeinen einzig nach Lust bzw. Freude strebt."

 
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