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Widerspruchsgeist

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15.03.16, 11:47:03

Antares

Es ist denke ich auch so schwer etwas zusammen zu tun, weil es daran ist den anderen zu verstehen. Und das ist nicht einfach. Wir sind alle so extrem verschieden, weil wir lediglich "Reizverarbeitung und Wahrnehmung anders mit Hochsensibilität in manchen Bereichen" gemeinsam haben.

Klar können wir was lernen, nur was? Allein das heraus finden, was nun mit dem Gegenüber ist, ist Wochen-Monatelange Überlegungen. Wie man ein Zusammen herstellt ein Rätsel. Ich versuche ja z.B. seit Wochen heraus zu finden, warum die ESH mich anschweigt, bezüglich einer Berlin-Zusammenarbeit. Das ist aber gar nicht so einfach, weil ich nicht weiß, wo ich ansetzen soll.

Flüchtlinge habe denke ich mehr gemeinsam, es geht um ihre Existenz, da ist ganz deutlich massig Leid offensichtlich, das jeder versteht. Bei uns ist noch nicht mal bewiesen, dass es einen Ruhezustand gibt, egal wie man diesen nun nennt oder exakt definiert. Laut Wissenschaft existieren wir erst ab Überlastung, was sich im ICD und DSM wiederspiegelt und selbst wenn wir im Ruhezustand wären, seit DSM 5 und dann ICD11 gelten wird selbst wenn wir völlig gesund sind noch als "krank" - weil das da so im Katalog steht.
15.03.16, 11:59:35

55555

geändert von: 55555 - 15.03.16, 12:00:09

Zitat von Antares:
Es ist denke ich auch so schwer etwas zusammen zu tun, weil es daran ist den anderen zu verstehen. Und das ist nicht einfach. Wir sind alle so extrem verschieden, weil wir lediglich "Reizverarbeitung und Wahrnehmung anders mit Hochsensibilität in manchen Bereichen" gemeinsam haben.

Komisch nur, daß es bei Autistenthemen eigentlich um diese Gemeinsamkeit geht, die Verschiedenheit bei dem Thema so gesehen also besonders gering sein sollte (schwierig sind dann oft weltanschauliche Einordnungskonzepte, die aber damit ja schon irgendwie in Beziehung stehen).
Zitat:
Ich versuche ja z.B. seit Wochen heraus zu finden, warum die ESH mich anschweigt, bezüglich einer Berlin-Zusammenarbeit.

Aha?
Zitat:
Flüchtlinge habe denke ich mehr gemeinsam, es geht um ihre Existenz,

So wird es zumindest von den Regimemedien überwiegend dargestellt.

Aber geht es bei vielen Autisten nicht mehr oder weniger um ihre Existenz?
15.03.16, 12:26:56

Antares

geändert von: Antares - 15.03.16, 12:31:27

Es geht sogar elementar um die Existenz.

- autistische Kinder werden pathologisch durch Barrieren
- angeblich sind Autisten immer überlastet, also normal so
- und immer krank, auch wenn mal einer nicht dauernd überlastet ist

somit ist aus Sicht vom Außen ja alles schick. Ist ja ganz normal wenn Autisten: einnässen, GB entwickeln, nicht sprechen können/wollen, ... und sie lassen alles wie es ist. Im ICD steht ja, dass es normal ist krank zu sein als Autist. Frühförderung ab möglichst früh, damit die entstandene Pathologie noch irgendwie ein bisschen kaschiert wird und gut ist. Kommt eh ins SGB 12 irgendwann... das ist schon nicht schön. Aber eben derzeit die Sicht.

Die Kindeswohlgefährdung wird nicht anerkannt, weil es nicht bewiesen ist, dass Autisten gesund sind und lediglich aufgrund Barrierelast pathologisch werden. Das ist alles nicht so einfach rechtlich gesehen.

Wäre es aber nicht so ersichtlich, dass da was dran sein könnte, wäre es nicht möglich Nicht-Autisten für diese These zu gewinnen. Also es ist möglich auch Nicht-Autisten auf den Umstand hin zu weisen, dass es um die Existenz geht. Das Leben als Mensch ebenso wie ein Leben in der Gesellschaft zu führen.

Letzthin hab ich z.B. die Ämter darauf hin gewiesen, dass das Persönliche Budget zwar für Kinder ausgeschüttet wird, um Barrieren zu beseitigen. Mit 18 hört dies aber auf, außer es findet eine Einordnung des Autisten in das SGB 12 statt. Dies aber bedeutet, dass derjenige z.B. keinerlei Besitz mehr haben darf, das sind glaub ich ca. 2000 Euro, die dann noch insgesamt gestattet sind.

Es müsste somit jeder Autist der nicht ins SGB12 möchte voll und ganz selbst für Barrierefreiheit in der Gesellschaft sorgen, aus eigener Tasche. Dies ist dann wieder dem geschuldet, dass die Barrieren nie definiert wurden.

Das ist ein Grund, warum wir die gerade beweisen wollen und uns da so stark hinter klemmen. Und hierfür wäre es einfacher, wenn die Autisten zusammen halten würden. Das tun sie aber nicht und oft verstehe ich auch gar nicht, warum. Wenn ich dann was versuche dagegen zu tun und denke, so jetzt müsste es passen, hilft das ja auch nichts meist. Wirklich gut bin ich nur mit autistischen Kindern und Tieren, sie zu verstehen und wirklich was auch zusammen zu machen. Sie mögen mich und wünschen sich mehr Kontakt, statt weniger, das ist wohl eher mein Gebiet. Erwachsene sind mir zu kompliziert, glaub ich. Aber auch nicht alle, sind ja ein paar die ich kenne und im Verein bei uns auch sind, wenige aber dann wieder die sich untereinander gut verstehen und sich vermutlich ähnlich im Wesen sind.

Dass die Medien bei uns nicht mitspielen ... puh... da möchte ich mich gar nicht so genau reinknien in diesen Sumpf. Politik, Medien,... Welt-Bühne, das ist nicht mein Ding. Da wäre ich dann ja wieder da angekommen, wo ich nicht hin will, warum ich auch diese Themen meide. Das ist nicht das Meine.
16.03.17, 20:23:29

Gast

Da ich Sozialhilfe nach SGB XII §§ 53 ff. erhalte, kurz eine Klarstellung:

Es ist [i]nicht verboten,[/i] Vermögen über 2600 € zu [i]besitzen[/i].
Allerdings hat bei einem Vermögen > 2600€ dieses zur Begleichung der Sozialleistung eingesetzt zu werden (also alles was über diese 2600€ hinausgeht), ansonsten werden die Kosten staatlich getragen.

Lieben Gruß,
ein anonymer Gast (der mit der SGB-Frage und dem Thema Mehrheitsanpassung)
18.03.17, 07:33:52

Antares

Du kannst aber schlecht einige tausend Euro sparen, wenn Du dann sofort alles zurück zahlen musst, was über 2600 Euro geht.

Es spielt somit keine Rollen wenn sie Dir nur die Wahl lassen:

1. melde Dich sofort vom SGB ab, aber erstmal sind mit dem Erbe/... alle Leistungen zurück zu zahlen
2. zahle alles Geld über 2600 umgehend zurück, sol lange Du Leistungen beziehst

Du kommst nicht über 2600 Euro, keine Chance. Wenn man einmal SGBXII bezogen hat ist es vorbei mir wirklichem Vermögen (z.B. ein Haus zu besitzen und zu erhalten).

In der BRD ist jeder Behinderte entweder vollständig selbst für sich und seinen Barriereabbau zuständig ab dem 21. Lebensjahr, oder er geht in die Vermögensgrenze 2600 Euro auf Dauer, damit der Staat mit subventioniert.

18.03.17, 08:27:44

Gast

Also, in meinem Vertrag steht nichts von "auf Dauer". Oder habe ich den Vertrag falsch verstanden?
Sobald ich die Leistung also nicht mehr benötige, was ja ihr Ziel ist, wird sie gekündigt - und damit gilt doch dann der Vertrag nicht mehr?
2600€ sind ja sowieso eine ziemliche Traumsumme ... so viel Vermögen habe ich gar nicht.
Ja, genau, alles Geld über 2600€ ist zurückzuzahlen - aber nur so lange ich die Leistung auch beziehe.
Ich bin über 21 Jahre.

Also "auf Dauer" wäre ja ziemlich blöd, schließlich muss ich Unsummen an Vermögen anhäufen, um später mal bei einer Frau eine kleine Chance zu haben. Das ginge dann ja gar nicht mehr, würde ich auch nicht akzeptieren.

Also, ich bekomme auch kein Geld als Sozialhilfe - vielleicht macht das einen Unterschied?

Liebe Grüße,
ein anonymer Gast
P.S.: Im obigen Beitrag sollte es natürlich "SBA-Frage" (nicht "SGB-Frage") heißen, die [i] und [/i] sollten eine Kursivschreibung bewirken. Vielleicht kann das ein lieber Moderator oder eine liebe Moderatorin korrigieren?
20.03.17, 01:14:36

drvaust

Zitat von Gast:
aber nur so lange ich die Leistung auch beziehe.
Die Leistungen werden unter Vorbehalt gezahlt. Wenn man Geld bekommt, muß man die letzten Leistungen zurückzahlen (rückwirkend). Wenn man z.B. plötzlich erbt, muß man die Leistungen der letzten Monate davon zurückzahlen, evtl. das gesamte Erbe.
Zitat von Gast:
... schließlich muss ich Unsummen an Vermögen anhäufen, um später mal bei einer Frau eine kleine Chance zu haben.
Denkst Du, daß Frauen so geldgierig sind? ;-) Wenn eine Frau viel Geld bekommen will, wäre diese nichts für mich. Da gibt es wichtigere Eigenschaften, menschliche Qualitäten.
20.03.17, 12:47:02

Gast

Hallo @drvaust,

1. in meinem Fall bekomme ich ja kein Geld, sondern die Leistung Ambulant Betreutes Wohnen wird erbracht.

2. Ja, ich denke, dass Geld eine große Rolle spielt, um eine Chance bei einer Frau haben zu können. Schließlich regiert Geld die Welt. Meine letzte Beziehung hätte halten können, wenn ich schon berufstätig gewesen wäre und genug Geld gehabt hätte, um die Frau (und evtl. Kinder) versorgen zu können. Geld war immer wieder Thema. Wenn man jetzt einen Star wie Ariana Grande will, die selbst genug Geld verdient, ist es vielleicht nicht so wichtig. (Aber die spielt in einer anderen Liga und ist völlig unerreichbar.) Aber in der Mittelschicht geht es nun mal um genug Geld. Keine Frau wird einen lieben, nur weil man so nett und lieb und hilfsbereit und fürsorglich ist - das klappt vielleicht unter Teenagern, aber im Erwachsenenalter wohl nicht mehr. Da werden Menschen rationaler.
Für menschliche Qualitäten müsste ich schon ein ziemlicher Alpha-Mann sein - und auch dazu gehört ein guter und angesehener Beruf. Angesehen sind Berufe, wenn mit ihnen viel Geld verdient wird. Also läuft es auch über [I]die[/I] Schiene wieder darauf hinaus.
Als Asperger-Autist ist es sehr schwierig für mich, meinen Charakter zu kompensieren. Ich denke, das geht [I]nur[/I] über die Schiene Geld. Schon von einem charakterlich guten Mann wird erwartet, dass er ein paar Millionen - oder wenigstens ein paar hunderttausend - im Jahr verdient. Jedenfalls von den Frauen unserer Generation. Wie erwähnt, man wird rationaler, und die Frau möchte vom Geld des Mannes ja auch gut leben können. Frauen haben ja im Normalfall Jobs, mit denen sich kein Lebensunterhalt bestreiten lässt, und sind daher auf das Geld des Mannes angewiesen.
Es kann natürlich immer noch sein, dass ich dann keine Chance beim Flirten habe. Aber es wäre wenigstens ein kleiner Vorteil, ein paar Milliönchen zu verdienen, damit es zu einem guten Flirt kommen könnte.
Es wäre natürlich schön, wenn "menschliche Qualitäten" wieder wertgeschätzt würden, aber bis das passiert oder ich die eine Frau finde, die das tut (von den etlichen Millionen, die es auf der Welt grad gibt), ist mein Leben längst vorbei. Solche Ansprüche kann ich nicht stellen, dafür habe ich nicht die Voraussetzungen. Das können nur Schönlinge, also besonders attraktiv aussehende Männer. Dazu gehöre ich nun mal leider nicht.

Lieben Gruß,
anonymer Gast
21.03.17, 15:47:33

feder

Zitat von Gast:
Mann wird erwartet, dass er ein paar Millionen - oder wenigstens ein paar hunderttausend - im Jahr verdient. Jedenfalls von den Frauen unserer Generation. Wie erwähnt, man wird rationaler, und die Frau möchte vom Geld des Mannes ja auch gut leben können.

Das ist dermassen realitätsfern, dass ich jetzt auch nicht weiss, was ich dazu schreiben soll. Schau dir mal das durchschnittliche Einkommen eines Deutschen an. Wäre deine Aussage wahr, hätten die meisten Männer keine Frau.

Zitat:
Frauen haben ja im Normalfall Jobs, mit denen sich kein Lebensunterhalt bestreiten lässt, und sind daher auf das Geld des Mannes angewiesen.
Mir fehlen die Worte nun endgültig.

Könnte natürlich auch mit deinem Frauenbild zu tun haben, dass da keine nachhaltiges Interesse an dir entwickelt.
22.03.17, 19:05:31

Gast

Hallo @feder,

dann teile mir doch bitte mit, WAS an meinen Aussagen "realitätsfern" sein sollte, statt das einfach so in den Raum zu stellen.
Ich konnte für meine Vermutung etliche Belege finden: Bei zwei verschiedenen Umfragen gaben jeweils ca. 50% der befragten Frauen an, dass Geld eine enorme Rolle bei der Partnerwahl spiele für sie - die restlichen 50% gaben "sozial kompatible Antworten", logen also um den heißen Brei herum, sodass im Endeffekt für 100% der (befragten) Frauen das Einkommen des Mannes an erster Stelle steht bei der Partnerwahl für/von Frauen (sofern diese Frauen prinzipiell auf Männer stehen).
Zahlen wurden zwar keine genannt, aber das Einkommen des Mannes hat höher zu sein als das der Frau. Verdient die Frau also mehr als 700€ im Monat, bin ich raus aus dem Spiel.

Wenn Frauen NICHT auf das Geld des Mannes angewiesen wären, würde es bei der Partnerwahl ja wohl keine so große Rolle spielen.
(Insofern stimmt mein Frauenbild da schon. Wüsste auch nicht, warum einem da "die Worte fehlen" sollten. Es ist nun mal so, dass i. d. R. der Mann der Hauptverdiener ist, und das Einkommen der Frau lediglich eine zusätzliche Einnahmequelle der Familie. Habe ich noch NIE anders kennen gelernt, dass Modell Mann als Hausmann und Vater und Frau als Alleinverdienerin ist äußerst selten.)
Dass keine Frau Interesse an mir entwickelt, dürfte wohl in 1. Linie damit zu tun haben, dass ich mich auf dem Partnermarkt nur selten zur Verfügung stelle. Ich halte mich meistens in meiner Wohnung auf. Ich muss erst mal mein Privatleben in Ordnung bringen und mein Studium schnell schaffen. Ich habe nur Angst, dass mir währenddessen ein anderer Mann zuvorkommen und die Frau(en) wegschnappen könnte.

Keine Ahnung, was ein "Durchschnittsdeutscher" verdient. Der hat ja auch anderthalb Kinder, den gibt es so nun mal nicht.
Es mag früher vielleicht ein bisschen anders gewesen sein, aber ein Einkommen von ein paar hunderttausend Millionen erwarten die Frauen meines Alters (20-29) nun mal vom Mann - da übertreibe ich sicherlich nicht. Nur weil du vielleicht ein bisschen älter als ich bist, und dir daher womöglich solche eigentlich völlig überzogenen Erwartungen nicht vorstellen kannst, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt.
ZUSÄTZLICH zum großen Geld wird vom Mann ein perfekt gepflegtes attraktives Äußeres, ein tadelloser Charakter (Alpha-Verhalten) und gut im Bett zu sein erwartet.

Die meisten Männer sind auch nicht vom Asperger-Syndrom betroffen ;)
und haben es daher sehr viel leichter als ich.
Die meisten Männer sind auch berufstätig ... usw. usf.

Lieben Gruß,
anonymer Gast

P.S.: Wir sind etwas vom ursprünglichen Thema weg, vielleicht lohnt sich ein neuer Thread?
22.03.17, 22:37:12

feder

Dann geht es mit den Frauen hier weiter: http://autismus.ra.unen.de/topic.php?id=7719&
 
 
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