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Psychopharmaka eine Ursache für Amokläufe?

original Thema anzeigen

 
25.03.09, 23:11:03

55555

geändert von: 55555 - 25.03.09, 23:32:37

Die Frage zu klären ist natürlich schwierig, da Psychopharmaka öfter auch Menschen erhalten, die in psychiatrischer Behandlung sind. Das wieder hat natürlich auch Gründe. Aber ich denke trotzdem, daß es sich lohnt mal zu überlegen, inwieweit Psychopharmaka das Gefühlsleben von Menschen derart beeinflussen können, daß sie eben in einigen Fällen eher geneigt sind derartige Gewalttaten zu verüben.
Zitat:
49 School Shootings/Incidents Involving SSRIs

Most of the stories on this site describe events that occurred after the year 2000. The increase in online news material and the efficiency of search engines has greatly increased the ability to track stories. Even these 2900+ documented stories only represent the tip of an iceberg since most stories do not make it into the media. There are 68 cases of bizarre behavior, 49 school shootings/incidents, 52 road rage tragedies, 12 air rage incidents, 36 postpartum depression cases, over 500 murders (homicides), over 180 murder-suicides and other acts of violence including workplace violence on this site.

Quelle

Übersetzung ohne Gewähr:
Zitat:
49 Schulschießereien/Vorfälle unter Beteiligung von SSRIs

Die meisten Berichte auf dieser Site beschreiben Ereignisse, die nach dem Jahr 2000 geschahen. Die Zunahme von Online-Berichterstattung und die Effizenz von Suchmaschinen haben die Möglichkeiten sehr erweitert Berichte aufzufinden. Vermutlich repräsentieren die mehr als 2900 Berichte in unserer Datenbank nur die Spitze des Eisberges, weil die meisten Fälle es wohl nicht in die Medien schaffen. Es gibt 68 Fälle bizarren Verhaltens, 49 Schulschießereien/Vorfälle, 52 Straßenverkehrs-Wuttragödien, 12 Luftfahrts-Wutvorfälle, 36 Fälle bei Wochenbettdepression, über 500 Morde, über 180 Mord-Suizide und andere Taten von Gewalt einschließlich Arbeitsplatzgewalt auf dieser Site.
26.03.09, 00:16:40

Isabella

Ich bin mir ziemlich sicher, daß nicht allein Psychopharmaka nicht anschlagen, respektive den gewünschten Effekt nicht erzielen, als auch meines Erachtens nach klar ist, dass die Geheimnisse des Hirnstoffwechsels so unzureichend geklärt sind, dass der Einsatz eines jedweden Psychofarmakae wissenschaftlich nicht überblickt ist; dieses Vakuum nicht gefüllt wird. Eine Art Radikalismus, der keinen rettet.
26.03.09, 09:01:07

sayo

Die Geheimnisse des Hirnstoffwechsels sind wie Isabella schon sagt, unzureichend geklärt.

Es steht aber fest, dass einige Menschen ihre Medikamente brauchen,im Kompetenznetz Depression wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es tödlich sein kann,diese abzusetzen und ich habe es selber erlebt, dass eine Freundin mehrfach eine blühende Psychose bekam nachdem sie ihre Medikamente nicht nahm.

Es steht aber auch andererseits fest, dass die neue Gruppe von Antidepressiva bei jungen Menschen Suizidgedanken auslösen kann,
wahrscheinlich wegen des Überschusses von Energie der sich gegen einen selber richtet.
26.03.09, 10:48:07

Bluna


Also,ich nehme seit längerem Antidepressiva wegen einer chronischen Schmerzerkrankung ein.(In meiner Einbildung helfen sie auch).
Bis jetzt habe ich noch niemand ermordet,aber man weiß ja nie...
Auf die Idee meine Kinder mit dem Zeug abzufüllen,bin ich noch gar nicht gekommen.(keine Sorge,würde ich nie tun)
04.04.09, 14:02:10

Hyperakusis

Ich persönlich finde es auch schwierig, die Depression rückt zunehmend an die Spitze der Erkrankungen, SSRIs u.a. werden mittlerweile anscheinend äusserst häufig verordnet. Über die Auswirkungen im Gehirn einzelner Medikamente bekommt man zunehmend neue Informationen, so hatte ich von einem Psychologen erfahren dass man mittelerweile weiss dass die SSRIs zB. auch noch auf andere Weise wirken als man bisher wusste, auch die ersten Wochen der Einnahme dieser Medikamente soll riskant sein weil es anfänglich zu Beschwerden kommen kann wie u.a. allgemeines Unwohlsein, Unruhe als auch Schlafstörungen, auch die Berichte über teils schwerwiegende Abstinenzsymptome scheinen sich zu häufen bei Antidepressiva. Bei anderen Medikamenten die sofort wirksam sind wie zB. aus der Gruppe der Benzodiazepine lässt die Wirkung zunehmend nach, emotionale Abstumpfung, Verstimmungen/Gereiztheit/Aggressivität als auch Angstzustände bis hin zu Psychosen, Halluzinationen, Depersonalisation, Derealisation etc. (insbesondere nach abrupten Absetzen nach längerer Anwendung) werden u.a. als Folge beschrieben. Mich haben zB. einige Neuroleptika verstärkt depressiv gemacht was mich zum Absetzen veranlasste.
04.04.09, 14:50:42

Bluna

Ich glaube,daß man bei solchen und auch anderen Medikamenten,die Kosten/Nutzen abwägen muß.Das wird vielleicht zu wenig getan.
Es kommt wohl sehr auf die Gewissenhaftigkeit des verschreibenden Arztes an.
Bei mir ist der Schmerzzustand ohne das Medikament so schlimm,daß ich meine Kinder nicht versorgen kann.Ich hab das schon seit Jahren,hab alles hinter mir,was es sonst noch gegeben hätte.Das ist das Einzige,was ein bischen hilft.
Die Nebenwirkungen sind enorm.Übelkeit und Benommenheit sind nach wie vor Begleiterscheinungen.Noch Stunden nach der Einnahme sehe ich alles verschwommen.Das sind jetzt nur die körperlichen Folgen.
Trotzdem sind das für mich Peanuts im Vergleich zu meinem Zustand ohne SSRI.
04.04.09, 16:48:53

55555

Du meinst seelischen Schmerz als "Schmerzzustand"?
04.04.09, 17:45:13

Bluna

Nein, das ist eine rheumatische Erkrankung.Die SSRIs helfen gegen die chronischen Schmerzen.Bei der Schmerzentstehung spielt auch das Seretonin eine maßgebliche Rolle.Man darf sich das auch nicht so vorstellen,daß mit diesen Medikamenten zusätzlich Seretonin zugeführt wird,vielmehr wird die Aufnahme an der Nervenzelle gehemmt,so daßsich das Seretonin im Blut wieder anreichern kann.Aber ich bin kein Neurologe.Vielleicht findest du ja mal was dazu,was man eben mal so anklicken kann.(find ich immer sehr praktisch)
Fest steht,daß SSRI auch bei chronischen Schmerzen oft verschrieben werden.
10.04.09, 14:54:46

Hyperakusis

Ja ich habe davon gelesen dass SSRIs bei chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Auch ältere Präparate wie die trizyklischen Antidepressiva, Neuroleptika u.a. werden auf dem Gebiet eingesetzt weil sie die Verarbeitung von Schmerzen im Gehirn beeinflussen, sie werden auch in Kombination mit Schmerzmitteln ergänzend verabreicht.

Zitat von 55555:
Die Frage zu klären ist natürlich schwierig, da Psychopharmaka öfter auch Menschen erhalten, die in psychiatrischer Behandlung sind. Das wieder hat natürlich auch Gründe. Aber ich denke trotzdem, daß es sich lohnt mal zu überlegen, inwieweit Psychopharmaka das Gefühlsleben von Menschen derart beeinflussen können, daß sie eben in einigen Fällen eher geneigt sind derartige Gewalttaten zu verüben.

Ich kann es mir durchaus vorstellen aber finde es recht schwierig es letztendes nachzuweisen. Bei Alkohol ist man sich da wohl schon eher einig, die Enthemmung, eine gewisse Unzurechnungsfähigkeit ab einer gewissen Dosierung (Promille) ist bekannt und anerkannt. Ich habe in einer Sendung mal gehört dass die Zukunft den Antidepressiva gehören soll in Sachen Psychopharmaka. Gerade in dieser Gruppe findet man sehr unterschiedliche Substanzen mit verschiedener Wirkung, da gibt es sowohl sedative Antidepressiva als auch antriebssteigernde wie zB. das noch recht neue Bupropion dass dem Methylphenidat bzw. den Amphetaminen/Stimulanzien sehr ähnelt was dem Wirkungsprinzip betrifft. Diesen Substanzen wird zB. aggressives Verhalten als mögliche Nebenwirkung zugeschrieben. Ansonsten findet man generell in Packungsbeilagen Hinweise mit Auswirkungen auf die Psyche im negativen Sinne, daher könnte ich mir vorstellen dass zB. jemand der gewisse Tendenzen zur Gewalt hat u.U. dadurch sozusagen den letzten Tropfen bekommt der den Eimer dann zum überlaufen bringt. Aber wie bereits geschrieben finde ich es recht schwierig wenn das Psychopharmakon wie verordnet in therapeutischer Dosierung eingenommen wurde das dann zu berücksichtigen auch wenn ich einen Zusammenhang durchaus für möglich halte. Den möglichen Einfluss dieser Substanzen auf unser Handeln allgemein finde ich nicht uninteressant, vorallem wenn man sich mal Statistiken und Zahlen anschaut wie verbreitet die Einnahme mittlerweile sein soll.
11.04.09, 23:56:01

Viktor

Bei sowas hätte ich gerne eine Auflistung der Täter, der Art des Psychopharmakas das sie einnahmen und mehrere Daten zu der Täterperson.
12.04.09, 13:22:30

55555

Solche Listen gibt es teilweise da wohl. Wenn auch nicht immer ganz komplett aus der Natur der Dinge heraus.
10.04.14, 09:43:56

55555

Die Blöd..., äh der Focus zu Satanistischen Killer-Aspies:
Zitat:
Es ist ein bestialisches Verbrechen, für das sich zwei deutsche Satanisten ab morgen vor dem Landgericht Tübingen verantworten müssen: Jan D. und Hendrik M. sollen am 8. Juni 2013 in Prag einen 38 Jahre alten Taxifahrer in einen Hinterhalt gelockt und mit 42 Beilhieben ermordet haben. Die meisten Schläge trafen das Opfer am Kopf und am Hals. Der dreifache Vater, dessen Freundin zur Tatzeit schwanger war, hatte gegen die übermächtigen Gegner nicht die geringste Chance. Laut Anklageschrift schlugen die Täter noch auf ihn ein, als er reglos auf dem Rücken lag.

Was hat die damals 16 und 21 Jahre alten Männer aus Baden-Württemberg zu der Wahnsinnstat getrieben? Warum stoppte niemand die psychisch kranken Gewalttäter, obwohl ihre Extrem-Fantasien Ärzten und Betreuern seit langem bekannt waren? Wollten die Satanisten weitere Menschen töten? Fast 70 Zeugen und Sachverständige sollen im Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, aussagen. Bislang hat das Gericht elf Verhandlungstage angesetzt. Nach FOCUS-Informationen haben Ermittler der Tübinger Staatsanwaltschaft die Tat und ihre Vorgeschichte akribisch rekonstruiert, ebenso die Biografien der mutmaßlichen Killer. In der Gesamtschau ergeben die von den Fahndern zusammengetragenen Puzzlestücke ein erschreckendes Bild, eine unfassbare Geschichte.

Bereits als Kinder fallen Jan D. und Hendrik M., die aus problematischen Elternhäusern stammen, durch unangepasstes und aggressives Verhalten auf. Mehrfach wechseln sie die Schulen, besuchen psychiatrische Kliniken und Heime, begeben sich in Therapien. Bei beiden diagnostizieren Ärzte Asperger Autismus. Ihre Krankengeschichte führt die Jugendlichen im Frühjahr 2012 zusammen, noch mehr allerdings verbindet sie ihre Vorliebe für die Gothic-, Vampir- und Satanismusszene. Horrorfilme, bizarre Rituale, düstere Musik, schwarze Kleidung, das ist ihre Welt. Sie selbst bezeichnen sich als „Brüder“ und halten sich für „das Böse“.

Quelle

Man darf gespannt sein, wie die Berichterstattung dazu in den nächsten Wochen noch ausfällt.
 
 
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